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Kirchengesangbuch

Deutsche Theologinnen wollen nicht nur zum «Herrn» singen

von epd
min
23.02.2026
Die Zusammenstellung eines neuen Gesangbuchs für die Protestanten in Deutschland geht in die Endphase. Nun meldet sich der Theologinnen-Konvent zu Wort: Er wünscht sich weniger männliche Gottesbilder und mehr Lieder zu Leid und Gerechtigkeit.

Der Konvent evangelischer Theologinnen in Deutschland fordert grundlegende Änderungen am geplanten neuen evangelischen Gesangbuch. Die alleinige Anrede Gottes als «Herr» sei nicht mehr zeitgemäss, teilte die Initiative in Stuttgart mit. Zudem sollten mehr Lieder aus der Feder von Frauen und modernere Klagelieder aufgenommen werden. Vorsitzende des Konvents ist die württembergische Wirtschafts- und Sozialpfarrerin Kathinka Kaden.

In einer Stellungnahme kritisiert der Konvent die traditionelle Konzentration auf männliche Gottesbilder. Diese müsse durchbrochen werden. Frauenspezifische, geschlechterumfassende und vielfältige Gottesbilder müssten gleichwertig berücksichtigt werden. Diese Forderung erhebe der Konvent seit Jahrzehnten.

Konvent fordert mehr Feminismus im Liederbuch

Die Theologinnen bemängeln ausserdem das Fehlen von Liedern, die sich mit Leid und Gerechtigkeit aus heutiger Sicht befassen. Insbesondere im Bereich der Passionslieder gebe es Lücken. Lieder aus feministisch-theologischen Zusammenhängen könnten hier wertvolle Impulse geben. Der Konvent spricht sich zudem dafür aus, neue Liedtexte aus frauenspezifischen Kontexten aufzunehmen, die bereits seit Jahren in Gottesdiensten präsent seien.

 

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