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Fokusthema: KI und Gott

Digitale Ratgeberin: So löst KI konkrete Alltagsprobleme

von red
min
22.01.2026
Ob Stromausfall, kranke Hecke oder weinendes Baby: Immer mehr Menschen holen sich Rat bei der KI. Sie liefert Schritt-für-Schritt-Anleitungen, stellt Rückfragen und spendet Zuspruch. Drei Erfahrungsberichte – und sieben Tipps für den richtigen Umgang mit KI.

Die KI wird zur Elektrikerin, …

«An einem Montagmorgen fiel plötzlich der Strom aus, als ich zur Arbeit musste. Die Hauptsicherung sprang immer wieder raus. Statt teure Notdienste anzurufen, fragte ich eine KI um Rat. Sie lieferte mir eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung: Alle Geräte ausstecken, einzelne Sicherungen testen, den betroffenen Stromkreis identifizieren. Systematisch arbeitete ich die Punkte ab – und fand tatsächlich den Übeltäter: eine Aussensteckdose, die durch Feuchtigkeit einen Kurzschluss verursacht hatte. Ohne technische Vorkenntnisse konnte ich das Problem lösen und kam sogar noch pünktlich ins Büro. Mein Tipp: der KI konkrete Fragen stellen und nach praktischen Anleitungen fragen.» Maja, 45 Jahre

… zur Gärtnerin …

«Unsere 55 Meter lange Hecke machte mir Sorgen. Die Blätter wurden braun und fielen ab – ein klassisches Zeichen für Wassermangel. Dachte ich. Doch bevor ich den Tropfschlauch wieder anstellte, fragte ich eine KI um Rat. Ich beschrieb die Situation: lehmiger Boden, erste Frostnächte, braune Blätter. Die KI stellte mir gezielte Rückfragen und kam zu einem überraschenden Schluss: Meine Hecke litt nicht an Wassermangel, sondern an Staunässe. Statt mehr zu giessen, sollte ich die Bewässerung stoppen. Das Spannende: Ich führe zu verschiedenen Themen fortlaufende Chats mit der KI – einen zur Hecke, einen zum Heimnetzwerk, einen zum Auto. So entsteht ein echter Dialog. Ich probiere etwas aus, gebe Feedback, die KI passt ihre Empfehlungen an. Mittlerweile schreibt sie sogar: ‹Versuche das aus und gib mir in zwei Tagen Bescheid, wie es funktioniert.› Sie ist wie eine geduldige Expertin, die mit mir gemeinsam lernt und besser wird. Man muss nicht jedes Mal von vorne anfangen, sondern baut Wissen auf – Schritt für Schritt. Meiner Hecke geht es übrigens wieder wunderbar.» Thomas, 52 Jahre

 

Tipps fĂĽr den Umgang mit KI

  1. KI als Werkzeug, nicht als Ersatz nutzen
    – Verwende KI zur Unterstützung (Ideen, Struktur, Entwürfe), nicht zum blinden Übernehmen.
    – Prüfe Ergebnisse kritisch, KI irrt sich oder erfindet Dinge.
  2. Gute Fragen stellen (Prompting)
    Je klarer deine Eingabe, desto besser die Antwort: Stichworte eingeben, etwa zum Ziel (Ich brauche …), Zielgruppe, Länge / Format, Ton (sachlich, locker, wissenschaftlich)
  3. Ergebnisse immer ĂĽberprĂĽfen
    – Fakten checken (besonders Zahlen, Zitate, Gesetze)
    – Bei wichtigen Texten: eigene Fachkenntnis oder verlässliche Quellen nutzen
    – KI ist kein offizieller Ersatz für Rechts-, Medizin-, Theologie- oder sonstige Kenntnisse
  4. Datenschutz ernst nehmen
    – Keine sensiblen Daten und Namen eingeben
    – Keine Gesundheitsdaten, vertrauliche Dokumente
    – Texte anonymisieren
  5. KI für Kreativität und Effizienz einsetzen
    – Brainstorming
    – Texte strukturieren, kürzen
    – Zusammenfassungen
    – Übersetzungen
    – Vorbereitung von Sitzungen, Präsentationen
    – Ideen für Formulierungen oder Perspektiven
  6. Eigene Stimme bewahren
    Texte von KI so ĂĽberarbeiten, dass sie deiner Sprache und Haltung entsprechen
  7. Lernen im Dialog
    – Nachfragen stellen: Warum? Gibt es Alternativen?
    – Um Verbesserungen bitten: Mach das kürzer / verständlicher / kritischer

 

… und zur Mütterberatung

«Eine Freundin erzählte mir neulich von jungen Müttern, die eine KI um Rat fragen zu Dingen, für die man früher einen dicken Ratgeber gewälzt hätte: Einschlafroutinen, Durchschlafen, stundenlang weinende Babys. Was mich überrascht hat: Es geht den Müttern nicht nur um konkrete Lösungen. Sondern auch um Zuspruch. ‹Du machst das super›, ‹Du bist eine aufmerksame Mutter› – solche Sätze tauchen immer wieder in den Antworten auf. Und sie wirken tatsächlich. Natürlich ersetzt das keine echte menschliche Unterstützung. Aber in dem Moment, wo man niemanden anrufen kann, ist diese digitale Bestärkung offenbar Gold wert.» Lena, 32 Jahre

 

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