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Ermutigung durch Margot Kässmann als Auftakt des Bodenseekirchentages

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26.06.2016
Über einen gelungenen Start dürfen sich die Organisatoren des Bodenseekirchentags freuen. Vor rund 500 Zuhörern hielt die Reformationsbotschafterin Dr. Margot Kässmann im Konstanzer Konzil einen Vortrag mit dem Titel «2017 – Was gibt es da zu feiern?».

Von Minne Bley

Nach den Gru├čworten der Vertreter aus Kirche und Politik, die angesichts des wunderbaren Sommerwetters und der aufr├╝ttelnden Nachrichten zum Brexit von launig bis besorgt und mahnend ausfielen, ergriff die 58-J├Ąhrige Margot K├Ąssmann das Wort. Zun├Ąchst stellte sie kurz die geplanten Veranstaltungen und Aktionen zum Reformationsjahr 2017 vor, zu dem der Startschuss bereits am 31. Oktober 2016 f├Ąllt. Dann folgten ein Referat in zehn Punkten, in denen sie ausf├╝hrlich darlegte, warum wir Grund haben, das Reformationsjubil├Ąum zu feiern.

Der erste Grund sei der kritische R├╝ckblick auf die eigene Geschichte, die wir gr├╝ndlich aufgearbeitet h├Ątten. Ein weiterer Grund sei die ├ľkumene: Vor hundert Jahren seien die ├Âkumenischen Beziehungen, wie wir sie heute leben, undenkbar gewesen. Die Ann├Ąherung der katholischen und der evangelischen Kirche sei trotz aller bleibenden Differenzen nicht zu gering zu sch├Ątzen.

Auch die ┬źLerngeschichte des Dialogs┬╗, der Dialog zwischen den Religionen beachtlich. ┬źNur wenn wir lernende Kirche bleiben, haben wir auch Grund zu feiern.┬╗, so die Reformationsbotschafterin. Sie sprach von Luthers Sprachkraft und rief auf zu einer Erneuerung unserer eigenen Sprachf├Ąhigkeit. ┬źWir brauchen eine Sprache, die Menschen anr├╝hrt. Wenn wir diese Sprachkraft wiedergewinnen, k├Ânnen wir feiern.┬╗ ├ťberwindung der Spaltung, Bildung und Freiheit der Bildung, das Verh├Ąltnis von Staat und Kirche sowie die Rechtfertigung allein aus Gnade, die gerade heute aktuell sei, und schlie├člich die Weitergabe der guten Botschaft mittels einer guten Nutzung der M├Âglichkeiten im Medienzeitalter waren weitere Themen, an denen sie anschaulich und begreiflich machte, welche gro├čen Sch├Ątze die Reformation unserer Gesellschaft hinterlassen hat und mit denen sie sie heute noch bereichern kann.

In den Ausf├╝hrungen ihrer zehn Thesen appellierte Margot K├Ą├čmann gleichzeitig an unsere Verantwortung als Christen, in der Welt fest an unserem Platz und f├╝r unseren Glauben zu stehen. Ein 45min├╝tiger Vortrag voller Ermutigung und Frische, der Lust auf Christentum und Glaube macht. Klare Worte und eine souver├Ąne Haltung, die von der Kraft zeugt, die Rechtfertigung aus dem Glauben f├╝r sich erkannt und angenommen zu haben.┬á


In der anschlie├čenden lebhaften Frage-Antwort-Runde zwischen Publikum und Referentin brachte die Theologin┬á zum Ausdruck,┬á was sie sich als Ergebnis des Reformationsjubil├Ąums w├╝nsche: dass Aufbruch im Glauben bleibe, Lust am Gottesdienst, F├╝rbitte und Unterst├╝tzung f├╝r verfolgte Christen.

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