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Geheimnisvolle Ikonen

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01.01.2016
Nach einem Leben mit dem Maler Friedensreich Hundertwasser widmet sich Mirjam Valari seit bald zwanzig Jahren der Ikonenmalerei.

Die Ikonen h├Ąngen zu Hause in Arlesheim im Kanton Baselland in einem kleinen Raum und leuchten golden, der Prophet Elias, Maria mit dem Kind, ein kleiner Engel. Mirjam Valaris Atelier sieht aufger├Ąumt aus, keine Farbkleckse, keine schmutzigen Pinsel und Paletten das ├╝berrascht. Die Ikonenmalerei sei ein sauberes Handwerk, lacht die K├╝nstlerin.
Mit wenig Farbe und feinen Pinselstrichen tr├Ągt die Ikonenmalerin in unz├Ąhligen Arbeitsg├Ąngen sorgf├Ąltig Schicht um Schicht auf. Die Motive und Farben sind seit Jahrhunderten streng vorgegeben. Doch die Gesichter der biblischen Figuren wirken lebendig. Das sei die Herausforderung an der Ikonenmalerei, erkl├Ąrt Mirjam Valari, den Figuren Ausdruck zu verleihen.
Die k├╝nstlerische Ausbildung erwarb die Baselbieterin an der F+F Schule f├╝r Kunst und Design in Z├╝rich. Ihre Faszination f├╝r die Ikonenmalerei begann 1996. Damals stellte die junge Malerin im Kloster Dornach zum ersten Mal ihre Werke aus. Dort traf sie die bekannte Ikonenmalerin Nina Gamsachurdia, die ebenfalls eine Ausstellung vorbereitete. ┬źIhre Ikonen haben mich derart begeistert, dass ich mich bei ihr f├╝r einen Kurs anmeldete.┬╗ Von da an liessen die Ikonen Mirjam Valari nicht mehr los. 1998 reiste sie nach Kreta, um dort das Kunsthandwerk von Grund auf zu erlernen.

Den eigenen Weg suchen
Der Entschluss, nach Griechenland zu fahren, fiel mit einer Neuorientierung in Mirjam Valaris Leben zusammen. In den Neunzigerjahren verband sie eine enge Beziehung mit dem Maler Friedensreich Hundertwasser. In Wien, Venedig und Neuseeland teilte sie sein Leben und Schaffen. ┬źEs war eine wunderbare Zeit, an die ich jeden Tag denke┬╗, schw├Ąrmt sie. Bis heute steht sie im Kontakt mit Hundertwassers Tochter. ┬źDoch damals sp├╝rte ich, dass es Zeit war, mein eigenes Leben zu f├╝hren.┬╗
In Kreta kam sie in eine andere Welt. ┬źHundertwasser war ein Freigeist. Die Leidenschaft f├╝r die Ikonenmalerei f├╝hrte mich in ein v├Âllig neues Umfeld.┬╗ Mirjam Valari blieb nicht lange allein. Sie verliebte sich, heiratete und lebte mit ihrem Mann und den zwei T├Âchtern 14 Jahre auf der Insel, wo die Familie ein Hotel f├╝hrte. Daneben vertiefte sie sich in die kretische Schule des Ikonenmalens. Am Ikonenmalen liebt Mirjam Valari das Geheimnisvolle, Spirituelle und den langsamen Entstehungsprozess: ┬źWenn ich mich nicht ausgeglichen f├╝hle, kann ich nicht malen. Es braucht innere Ruhe und Geduld.┬╗ Als Lieblingssujets nennt sie Maria und das Kind sowie Szenen, zum Beispiel der Auszug aus ├ägypten, an dem sie gerade arbeitet. Mittlerweile hat sie rund 50 Ikonen gemalt.
Als die 43-J├Ąhrige jedoch wegen der Krise in Griechenland im Sommer 2012 mit der Familie in die Schweiz zur├╝cksiedelte, glaubte sie, sie k├Ânne keine Ikonen mehr malen und wollte ┬źalles hinschmeissen┬╗. Die mediterrane Stimmung von Kreta, der Garten, das Meer, ihr stilles Atelier nichts davon konnte sie nach Arles-heim z├╝geln. Gleichzeitig merkte sie hier, wie viel ihr die Ikonen bedeuten: ┬źDa wollte ich nicht einfach aufgeben.┬╗ Jetzt versp├╝re sie richtig Lust, etwas Neues auszuprobieren. Bald bezieht Mirjam Valari ein Atelier in Basel: ┬źIch m├Âchte wieder freier malen und mit den Ikonen meine eigene Sprache finden.┬╗



Ikonenmalen, Kurs mit Mirjam Valari, auf Anfrage, Tel. 061 701 29 50, ┬źHundertwasser ganz pers├Ânlich┬╗: F├╝hrung mit Mirjam Valari durch die Ausstellung ┬źFriedensreich Hundertwasser. Die Ernte der Tr├Ąume┬╗, Sonntag, 26. April, 14 Uhr, Forum W├╝rth, Dornwydenweg 11, 4144 Arlesheim


Zum Bild: Die Baselbieter Ikonenmalerin Mirjam Valari arbeitet
an der Weihnachtsszene ┬źGeburt Christi┬╗. | Pl├╝ss

Karin M├╝ller

Links:
www.wuerth-ag.ch

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