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Synodalrat

Grosse politische Herausforderungen

von Tilmann Zuber
min
26.03.2026
Die Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn wählte die Mitglieder des Synodalrats einstimmig. Doch die Kirchen stehen vor grossen politischen Herausforderungen.  

Die reformierte Kirche im Kanton Solothurn zeigt Geschlossenheit: An der Synode in Dulliken verliefen die Wahlen reibungslos. Unter der Leitung von Präsident Michael Schoger bestätigten die Delegierten einstimmig alle Mitglieder des Synodalrats, einschliesslich der Präsidentin, sowie die Leitung der Synode, die Geschäftsprüfung und die Beschwerdeinstanz.

Im Synodalrat bestätigt wurden Werner Berger, Markus Schenk, Barbara Steiger, Evelyn Borer und Erich Huber. Borer übernimmt das Präsidium, Huber wird ihr Stellvertreter. Zwei Schlüsselressorts – Finanzen und Kommunikation – bleiben vorerst unbesetzt. Sandra Knüsel-Schneider, die nach acht Jahren ausscheidet, wurde mit langem Applaus verabschiedet. Sie prägte den öffentlichen Auftritt der Kirche massgeblich von Jahresberichten bis zum Webauftritt. Michael Schoger bleibt Synodepräsident, Rita Bützer Vizepräsidentin, Corinne Wyss Protokollführerin.

Die Einigkeit der Synodalen steht im Kontrast zu den bevorstehenden Herausforderungen. Drei politische Vorhaben könnten die Einnahmen der Kirche erheblich schmälern: die Debatte im Regierungs- und im Kantonsrat über den 10-Millionen-Franken-Beitrag für gesellschaftliche Leistungen der Kirchen, die finanzielle Unterstützung des Kantons für die Spitalseelsorge und die Initiative der Jungfreisinnigen zur Abschaffung der Kirchensteuer für Unternehmen. Noch im März wollen die Kantonalkirchen ihre Studie über die gesellschaftlichen Leistungen der Kirchen präsentieren. Juristin Corinne Studer und Finanzexperte Michael Aeschlimann vom Amt für Gemeinden ordneten die Lage ein. Sie erinnerten daran, dass Kirchgemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaften Pflichten, aber auch Rechte wie Steuererhebung und staatliche Unterstützung haben.

Die finanzielle Lage der Kirchgemeinden sei stabil, erklärten sie. Doch die Aussichten bereiten Sorgen: Sinkende Mitgliederzahlen und der Mangel an Freiwilligen setzen die Gemeinden unter Druck. Dieses Problem betreffe das gesamte Milizwesen, betonte Aeschlimann. Berufliche Belastung, komplexere Behördenarbeit und die Mobilität der Bevölkerung erschweren das Engagement.

Nancy Wayland, Synodale aus Olten, widersprach: Sie zweifelte die Diagnose stabiler Finanzen der Kirchgemeinden an. Wegen der schrumpfenden Mitgliederzahlen rechnet sie in den nächsten Jahren mit deutlich sinkenden Einnahmen.

 

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