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Sigristin Susanne Suter

«Ich habe wohl den schönsten Arbeitsplatz im Kanton Zug»

von Carole Bolliger
min
26.02.2026
Sigristinnen und Sigristen sorgen dafür, dass in der Kirche alles bereit ist – oft unbemerkt. Susanne Suter, Sigristin der reformierten Kirche in Walchwil, erzählt, warum ihr Beruf so vielseitig ist und weshalb sie ihn seit über 15 Jahren mit Leidenschaft ausübt.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Susanne Suter: Ich war über zehn Jahre Lehrerin für textiles Gestalten. Als ich mit meinem zweiten Kind schwanger war, suchte ich eine neue Aufgabe – ich war in der Schule und zu Hause ständig mit Kindererziehung beschäftigt. Die Stelle als Sigristin versprach Abwechslung, da habe ich mich beworben.

Was macht eine Sigristin konkret?

Wir sind Allrounderinnen. Ich bin Gastgeberin bei Anlässen, Gärtnerin für den Umschwung und Reinigungsfachkraft drinnen, als Haustechnikerin programmiere ich das Glockengeläut, ich arbeite als Dekorateurin und Floristin, manchmal bin ich auch Köchin, Servicefachkraft oder Seelsorgerin.

War für Sie immer klar, Sigristin zu werden?

Nein, ich bin eher zufällig zu diesem Beruf gekommen – und übe ihn heute seit über 15 Jahren mit grosser Freude und Leidenschaft aus.

Welche Ausbildung braucht man dafür?

Ich habe einen einwöchigen Grundkurs des Schweizerischen Sigristenverbands besucht, vieles lernt man dann im Arbeitsalltag.

Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit?

Ich habe wohl den schönsten Arbeitsplatz im Kanton Zug. Zudem kann ich meine Arbeit sehr selbstbestimmt ausführen und schätze den Kontakt zu den Menschen sehr.

Was fordert Sie besonders heraus?

Unvorhersehbare Situationen. Einmal erschien ein Aushilfsorganist bei einer Abdankung erst eine Minute vor Beginn. Noch während des Glocken­geläuts suchte ich hektisch eine passende CD und den Player – zum Glück hatte ich den Orgelschlüssel vorher eingesteckt, sonst hätte das eine pein­liche Situation gegeben.

Ihr schönstes Erlebnis?

Komplimente von Besuchenden, etwa für den geschmückten Weihnachtsbaum oder für die Blumen aus dem eigenen Kirchgarten. Das freut mich sehr.

Wie erleben Sie die Kirche als Arbeitgeberin?

Das hängt stark von den Menschen ab. Ich habe grosses Glück mit meinen Kolleginnen und Kollegen und kommuniziere offen, wenn etwas nicht passt. Ich bin bisher damit gut gefahren.

Was raten Sie Interessierten?

Man muss hundert Prozent zuverlässig sein, pro­aktiv arbeiten und gut kommunizieren können. Der Handlungsspielraum ist gross – das macht den Beruf besonders spannend.

 

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