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Naher Osten

Iran-Krieg zwingt Hunderttausende Menschen zur Flucht

von epd/pd/nin
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06.03.2026
Mehr als 330'000 Menschen sind durch den Krieg im Nahen Osten vertrieben worden. Im Libanon spitzt sich die Lage weiter zu – das Hilfswerk Heks weitet seine Unterstützung aus.

Durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran sind laut dem UN-Hilfswerk UNHCR mehr als 330'000 Menschen in der Region vertrieben worden. Die meisten davon seien innerhalb ihres eigenen Landes geflüchtet, teilte das UNHCR in Genf mit. Nach lokalen Schätzungen hätten in den ersten beiden Tagen nach Beginn der Gewalt rund 100'000 Menschen Irans Hauptstadt Teheran verlassen. Bislang sei jedoch kein starker Anstieg der grenzüberschreitenden Bewegungen aus dem Iran zu verzeichnen.

Die USA und Israel hatten am Samstag vorige Woche eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie Attacken auf Israel. Nach Raketenangriffen der dem Iran nahestehenden Hisbollah auf Israel hat sich der Konflikt auf den Libanon ausgeweitet.

Im Libanon suchten laut Angaben der Regierung derzeit über 84'000 Menschen in fast 400 Sammelunterkünften Zuflucht. Seit Beginn der Militärschläge seien laut Behördenangaben über 30'000 Menschen zurück nach Syrien geflohen, teilte das UNHCR mit. Dabei handele es sich vor allem um Syrer, aber auch Libanesen.

Dramatische Lage im Südlibanon

Laut einer Medienmitteilung von Heks, dem Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, ist die Lage im Süden des Libanons besonders dramatisch. Am 4. März forderte die israelische Armee die Bevölkerung eines grossen Gebietes im Südlibanon auf, ihre Dörfer zu verlassen und sich nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu bringen. Das betroffene Gebiet umfasst rund acht Prozent der libanesischen Landesfläche. Zusätzlich erliess Israel eine Evakuierungsanordnung für die südlichen Stadtteile von Beirut, wo mehr als 300'000 Menschen leben.

«Die Situation ist für die Menschen viel schwieriger als bei der letzten Eskalation im Jahr 2024. Viele haben sich vom letzten Konflikt noch nicht erholt und werden jetzt erneut vertrieben», sagt Dima Wehbi, Landesdirektorin des schweizerischen Hilfswerks Heks im Libanon.

Heks ist seit Jahren im direkt betroffenen Gebiet südlich des Litani-Flusses tätig, gemeinsam mit seiner Partnerorganisation «Association Najdeh», die Gemeinschaften im Umfeld palästinensischer Geflüchtetenlager unterstützt. Dank dieser Präsenz konnten Heks und Najdeh rasch auf die aktuelle Krise reagieren und ihre Programme ausweiten.

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