Kommunikationsexperte: Wort der Kirche zum Frieden verpufft
Die neue Friedendenkschrift der evangelischen Kirche erreicht nach Einschätzung des Düsseldorfer Kommunikationswissenschaftlers Gerhard Vowe die breite Öffentlichkeit nicht. Das Dokument sei ein schwer verständlicher «Monolog der Kirche» und verpuffe ungehört, sagte Vowe am Freitag in Landau bei einer Tagung der Evangelischen Akademie der Pfalz. Die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) will Impulse für eine christliche Friedensethik in einer sich verändernden Weltlage bieten.
Die Wortlastigkeit der rund 150-seitigen Denkschrift ohne visuelle Elemente wie Fotos oder Grafiken «treibt die Vermittlungschancen in einer multimedialen Welt gegen Null», sagte Vowe. Fraglich sei es, ob der «autoritative Impuls» der Kirche wirklich einen Dialog mit den Menschen anstossen wolle. Wünschenswert wäre es, das Dokument auf verschiedene Empfängerinnen und Empfänger besser auszurichten, etwa durch Leichte Sprache. Grundsätzlich müsse die Kirche eine bessere Kommunikationskultur pflegen.
Zwei Artikel zum Thema Friedensdenkschrift

Friederike Krippner: «Wir leben in politisch komplizierten Zeiten»
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat mit ihrer Friedensdenkschrift viel Lob und harsche Kritik erhalten, weil sie klassische Themen der Friedensbewegung neu beurteilt. Mitautorin Friederike Krippner sagt, weshalb sie froh ist, wenn Christen in der Bundeswehr dienen.

Fernando Enns: «Die Friedensdenkschrift ist eindeutig ein Rückschritt»
Für den mennonitischen Friedenstheologen Fernando Enns geht es im Dokument der Evangelische Kirche in Deutschland zu wenig um Theologie und zu viel um Realpolitik.
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