Leserbriefe
Kibo Juli/August
«Dem Rhein entlang»
Urgrund aller Dinge
Die Beiträge unter dem Titel «So weit wie die Wasser» erfreuen sicher viele Leser. Die sorgfältig ausgewählten Orte / Stätten entlang des Rheins und auf der Insel Ufnau werden kompetent kultur- und kunstgeschichtlich vorgestellt. Letztlich führen diese Betrachtungen auch zu einem vertieften Nachdenken über die dem Wasser inhärenten schöpferischen Kräfte: Schon vor über 2600 Jahren wurden sie erahnt, erkannt als «Urgrund aller Dinge» (Thales).
Jürg H. Maurer, Riehen
«Stimmungsmache oder berechtigte Kritik?»
Einseitiger Positionsbezug
Was die Bildauswahl zu diesem «Kirchenbote»-Artikel über das HEKS-Engagement im Nahostkonflikt betrifft, ist die Antwort auf die Titelfrage klar: Wer die Diskussion über die Migros-Deklaration von landwirtschaftlichen Produkten aus isrealischen Siedlungen in Palästina mit dem Foto einer militärischen Sperrmauer samt Wachturm zum Gaza-Streifen illustriert, entlarvt sich selber als Meister der tendenziösen Stimmungsmache. Die Israelis und die Siedler, die sich notabene aus dem Gazastreifen zurückgezogen haben, sollen durch solche Bebilderung des Artikels zu Tätern gemacht werden.
Zur Sache und damit zu Haltung und Vorgehen des HEKS halte ich auch an dieser Stelle nochmals fest, dass das Hilfswerk mit seinem einseitigen Positionsbezug die israelischen Siedlerinnen und Siedler als Täter verurteilt. Das HEKS masst sich an, in einem komplizierten Konflikt die Richterrolle einnehmen zu können, und es masst sich auch an, mehr zu wissen als das Völkerrecht. Denn der völkerrechtliche Status dessen, was die Israelis als Samaria und Judäa bezeichnen, die Palästinenser aber als besetzte Gebiete, ist noch ungeklärt. Ein erwachsener Umgang mit diesem Konflikt, wo sich Täter und Opfer hüben wie drüben schwer voneinander trennen lassen, wäre meines Erachtens aber, für die Palästinenser einzutreten, ohne die Israelis zu schmähen wie ich auch umgekehrt einfordere, sich für Israel einzusetzen, ohne die Palästinenser zu schmähen.
Pfr. Dr. Lukas Kundert, Kirchenratspräsident Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt
Unverantwortliches Spiel mit dem Feuer
Dass sich das HEKS vor den Karren des pseudo-politisch-korrekten Antisemitismus spannen lässt, ist äusserst befremdlich. Formulierungen wie «Wir verzichten auf den Kauf / Verkauf von israelischen Produkten, bis Israel das Völkerrecht einhält und die legitimen Rechte der PalästinenserInnen anerkennt» verdecken geschickt, dass Israel sich auch heute noch immer in einem existenziellen Überlebenskampf befindet, bei dem es kein Abrücken von einer kompromisslos harten Linie geben kann. Die sogenannten «legitimen Rechte der PalästinenserInnen», wie diese von der palästinensischen Führung selbst definiert werden, bedeuten letztlich nichts anderes als die Vernichtung des Staates Israel und Ermordung oder Vertreibung aller Juden aus dem heutigen Staatsgebiet. Solange von der Führung (bzw. den beiden Führungen) der Palästinenser das Existenzrecht Israels nicht ausdrücklich anerkannt wird, ist es schlicht unmoralisch, von der israelischen Regierung zu verlangen, dass sie in einen Dialog mit denjenigen tritt, deren Ziel die Fortsetzung des Judenmordes im 21. Jahrhundert ist. Es ist unsere moralische Pflicht, Israel so lange zu unterstützen, bis seine Existenz durch die vollständige Anerkennung gesichert ist. Sobald diese Anerkennung erfolgen würde, gäbe es für Israel keinen Grund mehr für eine Besetzung von Gebieten ausserhalb seiner Staatsgrenzen. Von Seiten der palästinensischen Führung ist aber diese Anerkennung nie verpflichtend erfolgt, da es ihr gar nicht um eine Koexistenz mit Israel geht, sondern weiterhin um dessen Zerstörung. Vorderhand ist die Anerkennung Israels durch die palästinensische Führung auch weiterhin nicht zu erwarten. Nur wer von den Palästinensern die Anerkennung Israels ausdrücklich einfordert, kann auch gegenüber Israel Forderungen stellen. Wer dies unterlässt und einseitig zum Boykott aufruft, tritt in die Fussstapfen unseliger «Kauft nicht bei Juden»-Kampagnen, die den Auftakt zum Holocaust durch die Nationalsozialisten in Deutschland markierten. Wer auch nur durch eine Kennzeichnung einen solchen Boykott befördert, macht sich zum Komplizen solch unverantwortlichen Spiels mit dem Feuer.
Auch wenn Ueli Locher in dem Beitrag auf Seite 3 behauptet, das HEKS lasse sich nicht vor einen Karren spannen, so verkennt er oder will es nicht wahrhaben, dass die Haltung des HEKS letztlich auch dazu beiträgt, den immer mehr salonfähig werdenden Antisemitismus zu befördern und zu stärken!
Carl Gustav Merz, Basel
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Kibo Juli/August BS
«Beim Churchball geht es um die Wurst»
Befremdlich
Mit grösstem Befremden lese ich über das geplante Churchball-Turnier Ende Juni in der Kirche St. Elisabethen. Statt einer Party, um die Vereinskasse aufzubessern, wird nun auf Empfehlung von Herrn Pfarrer Feuz ein Basketball-Turnier veranstaltet. Auch ein kleiner Restaurationsbetrieb darf da natürlich nicht fehlen. Was soll das eigentlich? Unweigerlich kommen mir da Jesu Worte in den Sinn: «Mein Haus soll ein Bethaus sein. Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle» (Luk. 19;46).
Cornelia Steuri, Basel
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