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Mehr Schutz für Mensch und Umwelt

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11.10.2016
Die Konzernverantwortungsinitiative macht sich für Menschenrechte und Umweltschutz stark. Hinter der Initiative stehen auch Kirchen und kirchliche Insitutionen. «Brot für alle» hat 13'600 Unterschriften gesammelt.

Am Montag haben die Initianten der Konzernverantwortungsinitiative ihre 120'000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht. Die Initiative verlangt, dass sich Schweizer Firmen auch im Ausland f├╝r Menschenrechte und Umweltschutz verpflichten.

Konkret will die Initiative, dass Schweizer Firmen k├╝nftig allf├Ąllige Risiken f├╝r Mensch und Umwelt in ihrer Gesch├Ąftst├Ątigkeit identifizieren, sie beheben und dar├╝ber berichten. Das Herzst├╝ck der Initiative ist die Sorgfaltspr├╝fung. Dieses Instrument stammt aus den 2011 verabschiedeten UNO-Leitprinzipien f├╝r Wirtschaft und Menschenrechte. Erf├╝llt ein Konzern diese Sorgfaltspflicht nicht, soll er f├╝r allf├Ąllige Sch├Ąden haften, die seine Tochterfirmen im Ausland verursacht haben, so die Initiative. ┬źWir wollen einen Perspektivenwechsel┬╗, sagte Rahel Ruch, Koordinatorin der Initiative, an der heutigen Medienkonferenz. ┬źFirmen sollen nicht nur die Risiken f├╝r ihr eigenes Gesch├Ąft, sondern auch die Risiken f├╝r Angestellte und die Umwelt pr├╝fen.┬╗

Ethische Prinzipien und christliche Werte
Mit der Initiative wollen die Initianten die Schweizer Reputation bewahren. ┬źSchweizer Qualit├Ąt steht f├╝r hohe Anspr├╝che, saubere Arbeit und den anst├Ąndigen Umgang miteinander. F├╝r Konzerne, die vom guten Schweizer Ruf profitieren, sollte auch klar sein, dass sie international anerkannte Menschenrechte und Umweltstandards respektieren┬╗, erkl├Ąren die Initianten. Leider sei dies heute noch nicht ├╝berall selbstverst├Ąndlich, schreiben sie und verweisen auf Beispiele der Verschmutzung von Gew├Ąssern, der Vergiftung von Arbeitern in der Handy-Produktion durch Benzol oder die missbr├Ąuchliche Kinderarbeit auf Kakaoplantagen.

Hinter der Konzernverantwortungsinitiative stehen 80 Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Zu ihnen z├Ąhlen neben kirchlichen Vereinigungen auch christliche Institutionen. ┬źDie Kirchen und ihre Gemeinden spielten in der Sammlung der Unterschriften eine grosse Rolle┬╗, erkl├Ąrt Yvan Maillard Ardenti, Programmverantwortlicher Wirtschaft und Menschenrechte bei ┬źBrot f├╝r alle┬╗. ┬źBrot f├╝r alle┬╗ hat 13'600 Unterschriften f├╝r die Konzernverantwortungsinitiative gesammelt. ┬źDie Initiative st├╝tzt sich auf ethische Prinzipien. 'Brot f├╝r alle' setzt sich auf der Grundlage christlicher Werte wie Bewahrung der Sch├Âpfung, N├Ąchstenliebe und soziale Gerechtigkeit f├╝r diese Initiative ein.┬╗

Zur Konzernverantwortungsinitiative

Nicola Mohler / reformiert. / 11. Oktober 2016

Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von ┬źreformiert.┬╗, ┬źInterkantonaler Kirchenbote┬╗ und ┬źref.ch┬╗.

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