Neuanfang am Lindenberg
Seit 2005 ist die ökumenische Medienverleihstelle am Lindenberg eine feste Grösse für Religionsunterricht und kirchliche Bildungsarbeit. Nun stellen die vier Trägerkirchen ihre Zusammenarbeit neu auf – mit klaren Zuständigkeiten und einer engeren Einbindung der Praxis. Für Rita Wepler, Leiterin der Einrichtung, ist das mehr als eine strukturelle Anpassung. «Ich freue mich sehr darüber, dass sich die ursprünglichen Trägerkirchen wieder auf einen gemeinsamen Weg eingelassen haben», sagt sie. Die neue Vereinbarung sei ein starkes Zeichen: «Das zeigt mir, dass man sich der Wichtigkeit der Medienverleihstelle bewusst ist.»
Näher an der Praxis
Lange war die Medienverleihstelle ein «Vierbeiner»: Je eine Vertretung der Evangelisch-Reformierten Kirche Basel-Stadt, der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt, der Evangelisch-Reformierten Kirche Baselland und der Römisch-Katholischen Landeskirche Baselland trug Verantwortung. Neu ist die Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt (RKK BS) geschäftsführend tätig – ein Entscheid, der vor allem der Effizienz dient. «Die RKK BS ist die alleinige geschäftsführende Kirche – dies zur Vereinfachung des täglichen Geschäfts», erklärt Wepler. Ein rotierendes System wäre aus ihrer Sicht zu aufwendig gewesen: «Es wäre ein zu grosser Organisationsaufwand, wenn die Geschäftsführung immer wieder wechseln würde.»
Gleichzeitig wurde die Begleitkommission neu zusammengesetzt. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen sitzen nun auch Religionslehrpersonen, Katechetinnen sowie eine Fachperson aus dem Bereich Jugend und Familie am Tisch. Für Wepler ein wichtiger Schritt: «Durch den Einsitz von Vertreterinnen aus der Nutzerschaft erhoffen wir uns mehr direkte Feedbacks aus der Praxis.» So bleibe man besser am Puls der Zeit und näher an den Bedürfnissen der Kundschaft.
Mehr als Religion
Die Medienverleihstelle versteht sich längst nicht mehr nur als Ort für klassische Religionsdidaktik. Im Hatstätterhof am Lindenberg 12 – dem bisherigen und künftigen Standort – stehen Medien zu Weltreligionen ebenso bereit wie Materialien zu Ethik, Diversität und gesellschaftlich relevanten Themen. «Es dürften aber noch mehr Personen von Schulen und Kirchgemeinden bei uns Material ausleihen», sagt Wepler. «Zumal wir neben Material zu religiösen Themen auch ein grosses Angebot im Bereich Lebensfragen, Philosophie und Ethik haben.» Ein Ziel der kommenden Jahre sei es daher, den Bekanntheitsgrad der Medienverleihstelle weiter zu steigern.
Strategisch sieht Wepler zusätzliche Aufgaben. «Zum einen müssen wir das Angebot an Medien und Weiterbildungen zielgerichtet weiterentwickeln.» Zum anderen stehe eine räumliche Neuorganisation an: Da Teile des Gebäudes künftig anders genutzt werden, müsse die Verleihstelle ihre Flächen reduzieren. «Wir wollen unsere Medien auf weniger Raum übersichtlicher präsentieren», sagt Wepler. Der Zeitpunkt sei günstig, um Bestände zu sichten, neu zu ordnen und die Infrastruktur zu modernisieren. «Diese Arbeiten müssen gut geplant sein, um sie effizient durchzuführen.»
Mit der neuen Trägervereinbarung, die Anfang 2026 in Kraft getreten ist, sieht Wepler die Institution gut gerüstet. Die ökumenische Zusammenarbeit bleibe das Fundament. «Wir gehen mit der Zeit», sagt sie, «aber wir bleiben ein Ort, an dem gute Inhalte und fundierte Materialien im Zentrum stehen.»
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