Religionsforscher: US-Kirchen zunehmend politisch polarisiert
Die Polarisierung der Gesellschaft in den USA prägt einer neuen Untersuchung zufolge auch die religiöse Landschaft und die Kirchen des Landes. Wie die Mitte Januar veröffentlichte Studie «The Vanishing Church» («Die verschwindende Kirche») ergab, ist vielen Kirchen die «Mitte» abhandengekommen. Laut dem Studienautor Ryan Burge sind die Zeiten vorbei, in denen es «normal» gewesen sei, dass Menschen unterschiedlicher politischer Ansichten am Sonntag zusammen Gottesdienst feierten.
Das religiöse Spektrum lasse sich aufteilen: Auf der einen Seite stünden Christen, die von ihrer Version des Glaubens absolut überzeugt seien, erklärte der Politikwissenschaftler, Datenexperte und frühere baptistische Pastor Burge. Viele davon seien der Auffassung, die Gesetze der Nation müssten sich daran orientieren.
Auf der anderen Seite sei die Zahl der Menschen gestiegen, die sich von religiösen Traditionen verabschiedet hätten. Beinahe dreissig Prozent der US-Amerikaner hätten keine Bindung mehr zu organisierter Religion. Es sei ein tiefer Graben entstanden.
Religionsforscher: US-Kirchen zunehmend politisch polarisiert