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Synode ERK Basel-Stadt

Unerwartet gutes Jahresergebnis

von Matthias Zehnder
min
27.06.2024
BASEL-STADT | Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt hat für 2023 mit einem Millionenverlust gerechnet und verzeichnet nun einen Millionengewinn. Das hat an der Synode Diskussionen über schwankende Steuereinnahmen und deren Verteilung ausgelöst.

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt hat an ihrer Fr├╝hjahrssitzung den Jahresbericht und die Jahresrechnung der ERK BS genehmigt. Mit rund 16,6 Millionen Franken hat die ERK BS deutlich mehr Steuern eingenommen als budgetiert und konnte einen Gewinn von 4,77 Millionen Franken ausweisen. Einerseits hat die Kirche mehr Steuern eingenommen als budgetiert, andererseits hat sie weniger Geld ausgegeben, weil die Arbeiten an der Johanneskirche erst 2024 beginnen k├Ânnen.

Kirchenrat David Jenny warnte das Kirchenparlament davor, angesichts des guten Rechnungsabschlusses ├╝berm├╝tig zu werden. Die Kirchensteuereinnahmen schwankten auch deshalb so stark, weil in Basel im Gegensatz zu anderen Kantonen Unternehmen keine Kirchensteuern bezahlen. Die Kirche kann in Basel nur nat├╝rliche Personen besteuern. Austritte, Wegz├╝ge oder Todesf├Ąlle von Mitgliedern wirken sich deshalb sofort auf die Einnahmen aus. Die Synode stellte sich die Frage, wie die Kirche angesichts der stark schwankenden Zahlen sinnvoll planen k├Ânne. Einige Synodale wehrten sich dagegen, in vorauseilender Sparsamkeit bei der Planung den G├╝rtel zu eng zu schnallen.

In den kommenden Jahren werden infolge der konstant r├╝ckl├Ąufigen Mitgliederzahlen auch die Ertr├Ąge aus den Kirchensteuern signifikant zur├╝ckgehen. Deshalb war die Synode damit einverstanden, den ├ťberschuss der Defizitreserve zuzuweisen.

Kirchenratspr├Ąsident Lukas Kundert blickt trotz sinkender Einnahmen zuversichtlich in die Zukunft: ┬źObwohl die Kirche heute deutlich weniger Mitglieder hat, stehen uns kaum weniger Mittel zur Verf├╝gung, weil wir uns schon lange nicht mehr nur aus Steuermitteln finanzieren┬╗, erkl├Ąrte er. Eine wichtige Ertragsquelle sind Liegenschaften, die nicht mehr kirchlich genutzt werden. Sie wurden in den letzten 20 Jahren professionell bewirtschaftet. Das Liegenschaftsportfolio sei Teil der Strategie der ERK-BS, von Kirchensteuern unabh├Ąngiger zu werden.┬á

Das soziale Engagement der Kirche

Jahresbericht beantwortet die Frage ausf├╝hrlich, was die Kirche mit ihrer sozialen Arbeit in Basel bewirken kann. Es sind drei Punkte: Das Engagement der Kirche ist bedingungslos. Es gibt keine Bedingungen, die eine hilfsbed├╝rftige Person erf├╝llen muss, die Kirche ist f├╝r alle da. Dabei geht es nicht nur um Hilfe, sondern auch um Begegnung: Hilfsbereite Menschen unterst├╝tzen hilfsbed├╝rftige Menschen. Deshalb steht die Begegnung von Menschen im Zentrum.

Der dritte Punkt: Das Resultat der kirchlichen Angebote ist nicht nur das Lindern von materieller Not, sondern immer auch Gemeinschaft. Der Jahresbericht f├╝hrt aber auch vor Augen, dass die Kirche nicht nur hilft, weil Menschen in Basel ihre Hilfe brauchen, sondern auch weil das Helfen f├╝r die Kirche selbst wichtig ist. Den Schwachen und Hilfsbed├╝rftigen beizustehen ist ein wichtiger Teil der Identit├Ąt der Kirche.

Zudem hat das Kirchenparlament eine Totalrevision der kirchlichen Finanzhaushaltsordnung und der revidierten Gesch├Ąftsordnung der Synode gutgeheissen. Damit hat die Kirche die ersten Ordnungen der totalrevidierten Kirchenverfassung angepasst und gleichzeitig sanft modernisiert. Diese Arbeit wird unmittelbar nach den Sommerferien im Rahmen einer weiteren Synodesitzung fortgesetzt.

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