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Beginn des Pessachfests

Was das jüdische Befreiungsfest bedeutet und warum es auch Christen angeht

von epd
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01.04.2026
Das jüdische Pessachfest erinnert an den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten, der im Alten Testament geschildert wird. Es ist eines der wichtigsten jüdischen Feste und fällt mit den christlichen Kar- und Ostertagen zusammen.

Pessach ist eines der wichtigsten jüdischen Feste. Es erinnert an den biblisch überlieferten Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei. Obwohl das Fest acht Tage dauert, ist vor allem der erste Abend, der Sederabend, Herzstück von Pessach. Der Sederabend fällt in diesem Jahr auf den 1. April. Familien feiern den Sederabend mit symbolischen Speisen und ungesäuertem Brot.

In diesem Jahr dauert das Pessachfest vom 1. bis zum 9. April. Als volle Feiertage gelten der erste Tag – der Tag des Auszugs – und der letzte Tag – der Tag der Spaltung des Schilfmeers. Dazwischen liegen die sogenannten Halbfeiertage, an denen die meisten Werktätigkeiten zwar nicht verboten sind, aber möglichst eingeschränkt werden.

«pessach» bedeutet «vorbeiziehen»

Das Pessachfest hat im Judentum eine besondere Bedeutung, es verbindet Gedächtnisfeier und fröhliches Fest: Es erinnert einerseits an das Leben und die Unterdrückung der Israeliten in Ägypten zur Zeit, als das Volk dort Sklavenarbeit verrichten musste. Andererseits feiern Juden bis heute mit Pessach ihre Befreiung aus der Sklaverei.

Das hebräische Wort «pessach» bedeutet «vorbeiziehen». Nach den Berichten im 2. Buch Mose liess Gott zur Strafe für die Ägypter ihre Erstgeborenen töten, verschonte aber die Israeliten, weil sie ihre Türpfosten mit Lammblut markierten und so der Todesengel an ihren Häusern vorüberging. Gott verhalf den Israeliten schliesslich zur Flucht aus der ägyptischen Knechtschaft. Der Pharao verfolgte die Israeliten mit seinem Heer. Als die Ägypter ihnen in das geteilte Meer folgten, bedeckten die Wasser Wagen und Reiter.

Fest der ungesäuerten Brote

Weil bei der Flucht keine Zeit mehr blieb, den Brotteig aufgehen zu lassen, wird Pessach auch das «Fest der ungesäuerten Brote» genannt. Orthodoxe Juden essen an Pessach nur die vor dem Fest speziell gebackenen Mazzoth (Matzen), ungesäuerte Brote, und reinigen vor dem Fest den Haushalt von jeglichem Sauerteig und Hefe. Es werden weitere Speisen gereicht, die an die Ereignisse des Auszugs aus Ägypten erinnern: geröstetes Lamm, bittere Kräuter und geriebener Meerrettich, die an die Bitterkeit der Sklaverei erinnern sollen, sowie eine Süssspeise aus Äpfeln, Nüssen und Wein, die den Lehm zum Pyramidenbau darstellt.

Für Christen auch von Bedeutung

Auch für Christen hat das Pessachfest eine Bedeutung: Nach den neutestamentlichen Berichten war die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern, das Abendmahl, ein Essen zum Pessachfest. Zudem sieht die christliche Theologie in Jesus das «Opferlamm» – ein Symbol, das ebenso auf Pessach verweist.

 

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