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Bericht des Friedensforschungs-Institut Sipri

Weltweiter Waffenhandel auf höchstem Stand seit Jahren

von epd/nin
min
09.03.2026
Die weltweiten Waffenexporte haben stark zugenommen, Europa hat seine Importe mehr als verdreifacht. Die Welthungerhilfe schlägt Alarm: Kriege trieben den Hunger, Rüstungsausgaben würden auf Kosten humanitärer Hilfe steigen.

Die weltweiten Waffenlieferungen haben laut dem Sipri-Institut deutlich zugenommen. Das Gesamtvolumen der zwischen Staaten gehandelten schweren Waffen von 2021 bis 2025 liege 9,2 Prozent über dem Wert der Jahre von 2016 bis 2020, teilten die Friedensforscher in Stockholm mit. Vor allem die Nachfrage in Europa sei sprunghaft gestiegen. Die europäischen Staaten haben demnach ihre Waffenimporte mehr als verdreifacht und sind damit die grösste Empfängerregion.

Import: Ukraine an erster Stelle vor Polen und Grossbritannien

Laut den Sipri-Daten zu globalen Waffentransfers importierten die europäischen Staaten in den vergangenen fünf Jahren 33 Prozent der weltweit gehandelten Waffen. Damit seien die Importe der Region gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 bis 2020 um 210 Prozent gestiegen. Hinter der Ukraine waren in den vergangenen fünf Jahren Polen und Grossbritannien die grössten Waffenimporteure in Europa. Fast die Hälfte der an europäische Staaten gelieferten Waffen stammte laut Sipri aus den USA (48 Prozent), gefolgt von Deutschland (7,1 Prozent) und Frankreich (6,2 Prozent).

Export: Deutschland überholt China

Deutschland hat in dem diesjährigen Report China in der Liste der Waffenlieferanten überholt und steht nun auf Platz vier. 5,7 Prozent der Waffen weltweit stammen demnach aus der Bundesrepublik. Rund ein Viertel der deutschen Waffen, 24 Prozent, gingen in die Ukraine, 17 Prozent in andere europäische Staaten. Der weltweit grösste Lieferant von Waffen bleiben die USA. Ihre Gesamtexporte stiegen um 27 Prozent. Frankreich landet vor Russland auf Platz zwei.

Der von Sipri registrierte Anstieg des globalen Waffenhandels ist der höchste seit dem Zeitraum 2011 bis 2015. Eine grosse Rolle spielt dabei die Ukraine. 9,7 Prozent der weltweit gelieferten Waffen seien zwischen 2021 und 2025 in das von Russland angegriffene Land gegangen, hiess es.

Welthungerhilfe: Alarmsignal

Die Welthungerhilfe reagierte besorgt auf die Sipri-Zahlen. Kriege und Konflikte gehörten zu den wichtigsten Hungertreibern weltweit, sagte Generalsekretär Mathias Mogge. «Allein im Jahr 2024 lösten sie 20 Ernährungskrisen aus, von denen fast 140 Millionen Menschen betroffen waren.» Durch die aktuellen Kriege im Nahen und Mittleren Osten sei zu befürchten, dass sich diese Zahlen in Zukunft vervielfachen. Mogge mahnte, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe als zentrale Investitionen in globale Stabilität zu priorisieren. «Dieser Sparkurs steht bei gleichzeitig steigenden Rüstungsausgaben in einem klaren Widerspruch zu dem international vereinbarten Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden», sagte er.

Schweiz mit rückläufigen Exporten

Die Schweiz steht im Sipri-Bericht auf Rang 20 der weltweiten Waffenlieferanten mit einem Anteil von 0,3 Prozent an den globalen Rüstungsexporten. Gegenüber der Periode 2016 bis 2020 sind die Schweizer Waffenexporte um 51 Prozent zurückgegangen. Die grössten Abnehmer Schweizer Rüstungsgüter waren Spanien (46 Prozent), Dänemark (14 Prozent) und Rumänien (12 Prozent). Als Importeur taucht die Schweiz im Factsheet nicht unter den 40 grössten Empfängerländern auf.

Erfasst werden von Sipri schwere Waffen und Rüstungsgüter wie Kampfflugzeuge, Raketen, Artillerie oder auch Antriebssysteme für Militärflugzeuge und Kampfschiffe. Kleinwaffen fallen nicht darunter.

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