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Gesundheit

Wie die Klimakrise Malaria und Co. stark macht

von epd/Lisa Kuner/nin
min
14.09.2026
Krankheiten, die von Mücken übertragen werden, breiten sich durch die Klimakrise immer weiter aus. Darunter leidet der Globale Süden besonders stark, es gibt aber auch Auswirkungen auf Europa.

Die Höhenlagen über 2000 Meter von Äthiopien galten lange Zeit als frei von Malaria. Dort war es einfach zu kalt für die Anopheles-Mücke, die den Erreger überträgt. Steigende Temperaturen durch die Klimakrise lassen inzwischen allerdings Übertragungen in höheren Regionen zunehmen. Ähnliches wird in Kenia und Kolumbien beobachtet.

Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, breiten sich aufgrund des Klimawandels aus. Und die Anzahl der Fälle steigt. Das umfasst nicht nur von Parasiten ausgelöste Krankheiten wie Malaria, sondern auch etwa die Viruskrankheiten Dengue oder Chikungunya.

Malaria oft tödlich

Malaria aber bleibt besonders bedrohlich: Unbehandelt ist sie oft tödlich, vor allem für Kinder unter fünf Jahren. In Afrika verzeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich mehrere Hunderttausend Todesfälle bei kleinen Kindern.

Als etwas weniger gefährlich gelten die Krankheiten, die von der asiatischen Tigermücke übertragen werden: Chikungunya, Dengue und Zika verursachen häufig grippeähnliche Symptome mit Fieber und Gliederschmerzen. Doch auch sie können in seltenen schweren Fällen lebensbedrohlich sein.

Von Klimakrise und Krankheiten doppelt getroffen

Laut Prognosen werden die Fälle der meisten Infektionskrankheiten in den kommenden Jahren weltweit zunehmen, besonders betroffen davon werden Afrika südlich der Sahara und Teile von Südostasien und Zentralamerika sein. «Die Regionen, die sowieso schon besonders stark von der Klimakrise betroffen sind, leiden auch in Zukunft stärker unter von Mücken übertragbaren Krankheiten», erklärt Jacob Levi von «Ärzte ohne Grenzen». Gleichzeitig seien Menschen aufgrund der Umstände in Hochrisikogebieten oftmals besonders geschwächt, etwa wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation, schlecht ausgebauter Gesundheitssysteme oder in Kriegen und Konflikten.

Die Klimakrise ist nicht der einzige Grund für die Ausbreitung der Krankheiten. Dass Menschen immer mehr reisen, trägt auch dazu bei. Ausserdem spielen Veränderungen in Wettermustern, wie etwa El Niño, eine Rolle. Und einige Mücken und Krankheitserreger werden zunehmende resistent gegen bisher genutzte Gegenmittel.

Zu wenig Geld für Forschung

Noch immer gibt es für viele der Krankheiten keine spezifischen Behandlungsoptionen. Das liege auch daran, dass in Forschung rund um Krankheiten im Globalen Süden weniger Geld fliesse, sagt Gesundheitsexperte Levi von «Ärzte ohne Grenzen». Dass die internationale Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit zuletzt stark zurückgegangen ist, sieht er zudem als riesiges Problem. So werde es auch immer schwieriger, einfache Präventionsmassnahmen umzusetzen – wie etwa Mückennetze oder Insektizide zu verteilen.

Zumindest bei der Entwicklung von Impfstoffen werden einige Fortschritte gemeldet. Gegen Dengue und Chikungunya gibt es inzwischen Impfungen. Allerdings würden Menschen damit nicht schnell genug flächendeckend geimpft, erklärte Levi. Hoffnungen setzt er in relativ neue Impfstoffe gegen Malaria: Die verhindern Ansteckungen nicht vollständig, senken aber das Risiko von schweren Krankheitsverläufen. Zielgruppe sind Kleinkinder in afrikanischen Endemiegebieten.

Risiko auch in Europa

Zwar ist die Gefahr durch von Mücken übertragene Krankheiten im Globalen Süden besonders gross, aber auch in Europa könnte sie ein wachsendes Problem werden, weil etwa die asiatische Tigermücke hier heimisch wird. In Süddeutschland, aber auch in der Schweiz – etwa in Basel, im Tessin und in Zürich – gibt es zunehmend Tigermücken, die verschiedene tropische Krankheiten übertragen können.

Und dass auch Malaria in Europa zum Tod führen kann, wenn sie nicht erkannt und behandelt wird, haben zuletzt Fälle in Frankfurt am Main gezeigt. Hier erkrankten Mitarbeitende des Flughafens, zwei von ihnen starben. Offenbar waren sie von einer aus dem Süden per Flieger eingeschleppten Anopheles-Mücke gestochen worden. In der Schweiz kam es bislang zu keinem vergleichbaren Fall: Lokale Übertragungen von Dengue, Chikungunya oder Zika durch die Tigermücke wurden hierzulande noch nie festgestellt, alle bisherigen Fälle stammen von Reiserückkehrenden.

 

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