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Kirche

Freiwilligenpreis: Kanton Baselland zeichnet Ferienlager der Kirche aus

Die Fachstelle für Jugendarbeit organisiert mit Freiwilligen jedes Jahr zehn bis zwölf Ferienlager für rund 300 Kinder und Jugendliche aus der Region. Dieses Engagement zeichnete Regierungsrat Isaac Reber jetzt mit dem Baselbieter Freiwilligenpreis aus.

Ski fahren auf der Kännelalp oder in Madulain, wandern, basteln und spielen in Lungern, eine Städtereise nach Berlin oder ein Ausflug nach Taizé. Rund 300 Kinder und Jugendliche aus der Region reisen jeden Sommer, Herbst und Winter ins Ferienlager. Freiwillige Lagerleiterinnen und -leiter sorgen dafür, dass sie dort eine unvergessliche Zeit erleben.

Verantwortlich für die Durchführung der jährlich zehn bis zwölf Lager ist die Fachstelle für Jugendarbeit der Reformierten Kirche Baselland FaJu. Dazu bildet sie jedes Jahr nach Ostern rund 20 junge Frauen und Männer ab 15 Jahren zu neuen Lagerleiterinnen und -leitern aus. «Die Jugendlichen lernen bei uns, selbstständig und rücksichtsvoll zu handeln. Wir unterstützen sie darin, Verantwortung für sich selber und andere zu übernehmen», sagt Martin Madörin, Co-Leiter der FaJu. Zudem können sich die praktischen Erfahrungen und der Ausweis als Lagerleiter später bei der Stellensuche auszahlen und so als Investition in die Zukunft erweisen. Damit erfülle die kirchliche Jugendarbeit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, ist Madörin überzeugt.

5000 Franken und öffentliche Anerkennung
Das Engagement für die Ferienlager honorierte der Kanton jetzt mit dem «Preis für Freiwilligenarbeit im Sozialbereich Baselland». Mit der öffentlichen Anerkennung erhält die FaJu 5000 Franken. «Diese Auszeichnung ist eine grosse Motivation für uns, um mit unserer Lagerarbeit auch in Zukunft weiterzumachen», sagt FaJu-Co-Leiterin Barbara Strassmann.

Manche der Leiterinnen und Leiter engagieren sich bis weit ins Erwachsenenalter regelmäs-sig für die Ferienlager, die sie oft als Kinder selber besucht haben. Bis zu 80 Freiwillige leisten pro Jahr gute 7000 Stunden Einsatz. Denn ein Lager besteht für sie nicht nur aus einer Woche Ferien. Bereits zwei bis drei Monate im Voraus trifft man sich für die Vorbereitungen. Die Ferienlager stehen allen Kindern und Jugendlichen offen, unabhängig von Glaube oder Herkunft. Dank der Arbeit der Freiwilligen und der Unterstützung durch die Kirche halten sich die Kosten für eine Ferienwoche in bescheidenem Rahmen. So haben auch Kinder, die aus finanziellen Gründen auf Ferien mit ihrer Familie verzichten müssen, die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen unbeschwerte Tage zu verbringen.

Regierungsrat Isaac Reber übergab den Freiwilligenpreis zum vierten Mal. «Die Zuwendung zu unseren Nächsten braucht in einer globalisierten Welt Strukturen», sagte Reber. Dieses Jahr würdigte der Baselbieter Sicherheitsdirektor mit dem Ferienlager-Projekt der FaJu eine «Struktur» der reformierten Kirche Baselland. Die Lagerwochen gibt es schon seit über 60 Jahren. «Ohne das grosse Engagement von Hunderten von Freiwilligen könnten viele Projekte, Angebote und Lager unserer Kirche, die der ganzen Bevölkerung zugute kommen, nicht realisiert werden», betont Kirchenratspräsident Martin Stingelin. Es freue ihn darum besonders, dass dies nun mit dem Freiwilligenpreis für die Ferien-lager der FaJu honoriert worden sei.

Naturalpreis für Flüchtlings-Projekt
Neben den Ferienlagern der FaJu war das Projekt «Freiwillige für Flüchtlinge Sissach» für den Freiwilligenpreis nominiert. Auch diese politisch und religiös neutrale Initiative ist mit der Reformierten Kirche Baselland verbunden und erhielt einen Naturalpreis. Seit November 2015 unterstützen Freiwillige in Sissach und Zunzgen Flüchtlinge im Alltag. Sie bieten Hilfe bei Arztbesuchen, begleiten Eltern und Kinder bei Schulbesuchen, bieten Treffpunkte, Ausflüge, Deutschunterricht und Sport an und haben dafür bis heute bereits 4000 Stunden investiert. Die reformierte Kirchgemeinde und die katholische Pfarrei stellen ihre Räumlichkeiten gratis zur Verfügung.

Karin Müller / Januar 2017

Ferienlager und Leiterkurse der FaJu
Freiwillige für Flüchtlinge Sissach