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Christliche Sorgekultur im Alter

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01.01.2016
In seinem Vortrag geht der Theologe Heinz Rüegger auf die christliche Sorgekultur im Alter ein. Schuldgefühle und das Gefühl, zur Last zu fallen, zeigen oft an, dass beide Seiten mit der Situation überfordert sind. Was tun?

Menschen werden heute immer älter. Während die meisten «jungen Alten» diese frühe Altersphase als Zeit grosser Freiheit, stabiler Gesundheit und kreativer Möglichkeiten erleben, ist das hohe Alter häufig mit Phänomenen zunehmender Anfälligkeit für Krankheiten, nachlassender Kräfte und Unterstützungsbedarf durch Dritte gekennzeichnet. Angesichts der demografischen Zunahme der Zahl hochaltriger Menschen und gleichzeitiger Verringerung der Anzahl Jüngerer stellen sich manche die Frage, wer denn im Alter für sie da sein werde. Wer wird sich in unserer Gesellschaft künftig um die Alten sorgen? Wie verhalten sich die Verpflichtung zur Selbstsorge und der Anspruch auf solidarische Fremdsorge zueinander? Was für formelle und informelle Angebote an Unterstützung werden nötig sein? Welche Entwicklungen braucht es in unserer Gesellschaft, um den sozialen Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein?

Christliche Tradition trägt Wesentliches bei
Auf diese Fragen wird Heinz Rüegger, Theologe, in seinem Vortrag vom 29. Oktober, 19.30 Uhr in der Hofstube des Basler Münsters eingehen: Er führt in aktuelle Perspektiven einer künftigen Begleitung und Unterstützung alter Menschen ein und entwickelt Aspekte einer humanen Sorgekultur, zu der auch die christliche Tradition Wesentliches beizutragen hat. Heinz Rüegger ist Theologe, Ethiker und Gerontologe. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut Neumünster in Zollikerberg. Das Institut ist ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum, das auf Fragen des Alters spezialisiert ist. Rüegger ist Autor verschiedener Bücher insbesondere in den Themenbereichen Alter, Sterben und Diakonisches Handeln.
Seit 2014 besteht in der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt die Arbeitsgruppe «Christliche Verantwortung und Palliativ Care» unter der Leitung von Pfarrerin Martina Holder-Franz (siehe Buchtipp). Ihr gehören neben Personen aus Theologie und Seelsorge auch solche aus Medizin, Pflege und Politik an. Die Gruppe hat zum Ziel, eine breite Öffentlichkeit für die Anliegen der Palliative Care als Alternative zum sogenannten assistierten Freitod zu sensibilisieren.
Der Anlass wird musikalisch umrahmt von Catherine Nisato, Violine, Christine Wenk, Oboe, und Timothy Wynne, Klavier. Anschliessend Apéro. Eintritt frei, Kollekte. 


Buchtipp: Cicely Saunders, (Hg.), Martina Holder-Franz, (Übersetzung): Der Horizont ist nur die Grenze unserer Sicht, Verlag TVZ, 188 Seiten, CHF 29.80.
Eine persönliche Sammlung ermutigender Texte für Palliative Care und Hospizarbeit.

Franz Osswald

Links:
www.erk-bs.ch/palliativ_care

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