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Der Wille zur Zusammenarbeit ist da

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22.05.2017
Die Zürcher Kirchgemeinden sind offen gegenüber einer engeren Zusammenarbeit. In einer Vernehmlassung zum KirchGemeindePlus-Prozess hat sich eine grosse Mehrheit dafür ausgesprochen.

137 Kirchgemeinden befragte der Kirchenrat von September 2016 bis Januar 2017 dar├╝ber, wie sie sich die Zukunft im Hinblick auf einen Zusammenschluss oder eine engere Zusammenarbeit mit andern Kirchgemeinden vorstellen. Gestern hat er ├╝ber die Auswertung der Vernehmlassung informiert. Von 108 Gemeinden gingen verwertbare Antworten ein. Und von diesen sehen 73 im Zusammenschluss auf l├Ąngere Sicht die geeignetste Form der Kooperation. Rechnet man zu diesen die 34 Kirchgemeinden der Stadt Z├╝rich hinzu, die sich bereits f├╝r eine Fusion auf gesamtst├Ądtischer Ebene ausgesprochen haben, erachten drei Viertel der Kirchgemeinden den Zusammenschluss als passende Organisationsform.

Der Kirchenrat sieht sich durch diese Zahlen in zwei Punkten best├Ątigt. Erstens, so Kirchenrat Daniel Reuter gestern vor den Medien, sei die Zukunft der Kirche im Kanton Z├╝rich regional. Und zweitens bildeten Zusammenschl├╝sse die richtige Organisationsform f├╝r Kirchgemeinden, die vielf├Ąltig, profiliert und nahe bei den Menschen seien. Kirchenratspr├Ąsident Michel M├╝ller erkennt im Resultat der Vernehmlassung, ┬źdass der Reformbedarf bei den Kirchgemeinden angekommen ist┬╗. Das zeige auch die Tatsache, dass fast 98 Prozent von ihnen die Absicht h├Ątten, in Zukunft intensiver ├╝bergemeindlich zusammenzuarbeiten. Und zumindest mittelfristig ziehe die grosse Mehrheit der Kirchgemeinden den Zusammenschluss als eine Perspektive in Betracht. Gemeinden, die vor einer Fusion erst einen Zusammenarbeitsvertrag abschliessen m├Âchten, m├╝ssen sich allerdings noch etwas gedulden. Ein Leitfaden, wie solche Vertr├Ąge zu erstellen sind, ist fr├╝hestens ab August 2017 erh├Ąltlich.

Fairness und Solidarit├Ąt
Der Prozess KirchGemeindePlus, der 2012 begonnen hat, geht nun weiter. Der Kirchenrat will in Absprache mit den Kirchgemeinden Regionen festlegen, innerhalb derer sich Zusammenarbeit und Zusammenschl├╝sse k├╝nftig bewegen. Das sei deshalb wichtig, so M├╝ller, damit keine Kirchgemeinde allein gelassen werde, wenn sich benachbarte Gemeinden ohne sie zusammenschliessen m├Âchten. Diese Gefahr bestehe etwa an den R├Ąndern des Kantons.

Ohnehin bildet der Reformplan eine Herausforderung. Die vom Kirchenrat vor einem Jahr vorgelegte Version entspricht in vielen Regionen des Kantons nicht den Realit├Ąten der Gespr├Ąche, wie sie Gemeinden unter sich f├╝r eine vertiefte Kooperation aufgenommen haben. Der nunmehr vorgelegte, aktualisierte Plan der k├╝nftigen Kirchenregionen ist daher erneut nicht als verbindliche Vorgabe f├╝r k├╝nftige neue Gemeindegebilde zu verstehen, sondern lediglich als Grundlage f├╝r das weitere Vorankommen von KirchGemeindePlus.

Zudem ist dem Kirchenrat auch an Fairness gelegen. Die Autonomie der Kirchgemeinden und die Solidarit├Ąt unter ihnen bed├╝rfen laut M├╝ller eines ┬źguten Gleichgewichts┬╗. So soll etwa bei neuen Berechnungsgrundlagen f├╝r Pfarrstellen daf├╝r gesorgt werden, dass Kirchgemeinden, die sich zusammenschliessen, nicht schlechter fahren, als wenn sie allein geblieben w├Ąren.

Enger Zeitplan
Der Zeitplan ist im Fluss. Die Vernehmlassung hat gezeigt, dass viele Kirchgemeinden diesen als zu restriktiv ansehen. Das B├╝ro Br├Ągger (Wallisellen), das die Auswertung der Vernehmlassung vorgenommen hat, schreibt dazu: ┬źGrunds├Ątzlich ist fraglich, ob der Kirchenrat und die Synode Fusionen tats├Ąchlich nur bis ins Jahr 2023 genehmigen k├Ânnen oder wollen, zumal es ja in ihrem Interesse ist, dass sich m├Âglichst viele Kirchgemeinden f├╝r eine Fusion entscheiden.┬╗

Stefan Schneiter / reformiert. / 22. Mai 2017

Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von ┬źreformiert.┬╗, ┬źInterkantonaler Kirchenbote┬╗ und ┬źref.ch┬╗.

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