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Diakone und Katecheten sollen Personalproblem entschärfen

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25.11.2016
Die Schweizer Armee hat mittelfristig zu wenig Pfarrer für die Armeeseelsorge. In Zukunft sollen deshalb auch Diakone, Katecheten und Theologiestudenten den Bedarf decken. Auch denkt der Chef der Armeeseelsorge laut über eine multireligiöse Seelsorge nach.

Im Herbst 2010 schlug der damalige Chef der Armeeseelsorge Alarm. ┬źDer Dienstzweig Armeeseelsorger stirbt im Jahr 2029 aus┬╗, schrieb er in einem Newsletter. Grund daf├╝r sei der fehlende Nachwuchs. Immer weniger Pfarrer, Priester und Pastoralassistenten w├╝rden sich f├╝r den ├Âkumenischen Dienst als Armeeseelsorger interessieren. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Zugangsbedingungen gelockert: Ab sofort war keine Rekrutenschule mehr n├Âtig, um Hauptmann Armeeseelsorger zu werden. Nun durften beispielsweise auch eingeb├╝rgerte ausl├Ąndische Pfarrer oder Pfarrerinnen diesen Dienst leisten. Dazu brauchten sie lediglich die Empfehlung einer Landeskirche und mussten einen siebenw├Âchigen Einf├╝hrungskurs und einen dreiw├Âchigen technischen Lehrgang besuchen.

Neue Wege bei Personalrekrutierung
Die Lockerung der Zulassung zeigte allerdings wenig Wirkung: Die Zahl der Armeeseelsorger blieb auch mit dieser Massnahme deutlich unter den ben├Âtigten 300 Personen. F├╝r den heutigen Chef der Armeeseelsorge, Stefan Junger, ist die Zukunftsperspektive trotzdem nicht mehr ganz so d├╝ster wie vor sechs Jahren. Grund daf├╝r ist die geplante Armeeverkleinerung auf 100'000 Personen. Damit wird es in Zukunft auch weniger Armeeseelsorger brauchen. Junger rechnet mit rund 170. ┬źDiese Zahl wird derzeit knapp erreicht┬╗, sagt er, ┬źallerdings ist der Altersdurchschnitt der aktiven Armeeseelsorger relativ hoch┬╗.

Darum will Junger bei der Personalrekrutierung neue Wege gehen: ┬źEs ist geplant, k├╝nftig auch Fachoffiziere f├╝r die Armeeseelsorge zu ernennen.┬╗ Junger denkt dabei an Leute, die bereits im kirchlichen Dienst stehen, wie Sozialdiakone oder Katecheten. ┬źDenkbar sind aber auch Theologiestudenten.┬╗ Sie sollen unterst├╝tzend eingesetzt werden k├Ânnen. F├╝r ihre Rekrutierung muss der Chef der Armeeseelsorge aber erst noch ein Auswahlverfahren erarbeiten: ┬źDenkbar ist eine Art Assessment.┬╗ Auch wo diese Fachoffiziere genau eingesetzt werden, ist noch nicht definiert. Geht aber alles nach Plan, sollen die neuen Seelsorger bereits ab 2018 einsatzbereit sein.

Muslimische Armeeseelsorge?
Mit dem neuen Typ Armeeseelsorger er├Âffnen sich allenfalls neue M├Âglichkeiten. So k├Ânnten auch Seelsorgende nichtchristlicher Religionen eingebunden werden. Kann sich Stefan Junger muslimische Armeeseelsorger vorstellen? ┬źEs ist offen, wie die vielf├Ąltiger werdende religi├Âse Verwurzelung der Armeeangeh├Ârigen die Auswahl beeinflussen wird┬╗, sagt Junger. Heute funktioniere die Armeeseelsorge noch vollkommen ├Âkumenisch, von Gesetzes wegen stehe sie aber allen Armeeangeh├Ârigen offen, ganz gleich welcher Religion sie angeh├Âren. ┬źEs ist daher m├Âglich, dass die Armeeseelsorge k├╝nftig multireligi├Âs zusammengesetzt sein k├Ânnte┬╗, so der Chef der Armeeseelsorge.

Daniel Klingenberg  /ref.ch / 25. November 2016

Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von ┬źreformiert.┬╗, ┬źInterkantonaler Kirchenbote┬╗ und ┬źref.ch┬╗.

Die Website der Armeeseelsorge

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