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E-Mail aus Kappel: Die Geschenke der Könige

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01.01.2016
An: redaktion@kirchenbote.ch Von: Christoph Hürlimann, Pfarrer

Liebe Mailfreunde

Nach den Drei Königen suchen wir in der Bibel umsonst. Es ist von «Magiern» die Rede, die Jesus besucht haben. Das sind Sternkundige im Sinne von Astronomen und Astrologen. Bei ihrer Ankunft in Betlehem singen sie im Weihnachtsoratorium von Bach:
«Ich steh an deiner Krippe hier,
o Jesulein, mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin! Es ist mein Geist und Sinn!
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin,
und lass dirs wohl gefallen.»

Zu dieser Huldigung, zu der sie die Kronen zu Füssen von Mutter und Kind legen, kommen die drei Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. In der Auslegung unserer Bibelstelle setzte sich schon früh das praktische Denken durch: Im Blick auf die Armut der Eltern schenkten die Könige Gold, zur Entfernung des Gestanks aus dem Stall Weihrauch, für allfällige Wunden des Kindes Myrrhe.

Wie können auch wir dieses Kindlein beschenken? Hören wir Worte des erwachsenen Jesus:
«Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, empfanget als Erbe das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war fremd und ihr habt mich beherbergt. Ich war nackt und ihr habt mich bekleidet. Ich war krank und ihr habt euch meiner angenommen. Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und dich aufgenommen oder nackt und dich bekleidet? Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen? Und der König wird ihnen antworten: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.» (Matthäus 25)

So wären wir den Königen gleich, die das Kind beschenkt haben. So hätten wir Jesus beschenkt.
Ich wünsche uns allen im Zeichen der Drei Könige ein grosses Herz, mit dem wir im Mitmenschen Jesus entdecken, und grüsse euch herzlich


Christoph Hürlimann

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