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Palliative Care

Ein würdiger Platz für Sterben und Abschied

von Isabelle Berger/reformiert.info
min
17.08.2026
Nach jahrelanger Planung ist es am Montag so weit: Das Hospiz Bern nimmt seinen Betrieb auf. Es richtet sich an sterbende Erwachsene und schliesst eine Versorgungslücke.

Am Montag schliesst sich in Bern eine Lücke in der Versorgung sterbender Erwachsener: Das Hospiz Bern öffnet und nimmt seinen ersten Patienten in Empfang. «Das ist ein historischer Moment für den Kanton Bern», sagt Regula Mader, Präsidentin der Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern, anlässlich der Medienkonferenz kurz vor der Eröffnung.

Erstes von fünf Hospizen im Kanton Bern

Das Angebot richtet sich an Menschen mit einer fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheit, deren Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist und für die weder Spital noch Pflegeheim der passende Ort sind. Oft sind dies jüngere, noch im Berufsleben stehende Menschen. Bislang fehlte in Bern ein solches Angebot. Das Hospiz Bern ist das erste von insgesamt fünf Sterbehospizen, die in den kommenden Jahren im Kanton Bern mit rund fünfzig Plätzen eröffnet werden.

Nach einer mehrwöchigen Einarbeitungsphase wird das Hospiz neun Einzelzimmer für sterbende Menschen anbieten. Es befindet sich in der Oranienburg der Stiftung Diaconis an der Schänzlistrasse 15 in Bern. Die Zimmer sind wohnlich gestaltet und bieten Blick ins Grüne, es herrscht eine ruhige, intime Atmosphäre. Zum Hospiz gehören auch Gemeinschaftsräume und ein Garten. Hauswirtschaftliche und gastronomische Leistungen bezieht es von Diaconis.

Zuwendung und Begleitung im Fokus

Geborgenheit und Lebensqualität der Betroffenen stehen im Vordergrund. «Wo Heilung nicht mehr möglich ist, rückt Zuwendung und Begleitung ins Zentrum», sagt Verena Prebil, Leiterin des Hospizes. Die Patientinnen und Patienten werden rund um die Uhr von einem interprofessionellen Team aus rund 20 Mitarbeitenden betreut. Neben in Palliative Care ausgebildeten Pflegefachpersonen und der ärztlichen Leiterin Dr. Sabine Bühler gehören auch Physiotherapie, Kunst- und Musiktherapie, Psychoonkologie, Ernährungsberatung, soziale Arbeit und Spitalseelsorge zum Angebot.

Letztere wird von der katholischen Kirche getragen, ist aber im Sinne der «Spiritual Care» überkonfessionell. Glauben, Herkunft und finanzielle Situation spielen für die Aufnahme keine Rolle.

Tag und Nacht für Sterbende und ihre Angehörigen da

Angehörige und Nahestehende sind Tag und Nacht im Hospiz willkommen. Sie können auch dort übernachten. «Das Hospiz Bern gibt dem Sterben und dem Abschied einen würdigen Platz, und zwar mitten in der Stadt», sagt die Berner Gemeinderätin, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport.

Das Hospiz Bern wird nun während drei Jahren als Pilotprojekt betrieben. Finanziert wird es durch den Kanton; den Aufenthalt und zusätzliche Leistungen bezahlen grundsätzlich die Patientinnen und Patienten. Ist dies nicht möglich, steht ein Spendenfonds zur Verfügung.

Weitere Infos: www.hospizbern.ch

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