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Für kühlere Köpfe und wärmere Herzen

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01.01.2016
Am Dienstagabend demonstrierten über 3000 Menschen in Aaraus Innenstadt für eine gastfreundlichere Schweiz. Auch die drei Aargauer Landeskirchen hatten zur Demo aufgerufen.

Die meisten trugen den blauen Button mit roter Aufschrift. «Aufstand für Anstand». Einige waren mit einem schwarzen offensiver, darauf stand «Lieber Gutmensch als Arschloch.» Auch die vielen Transparente an der Demo in Aarau gestern Dienstagabend drückten das Unverständnis gegenüber der Fremdenfeindlichkeit aus, die in der Schweiz vor allem im Internet offen zutage kommt. «Ich bin wütend!» war auf einem zu lesen. «Fremdenhass entwürdigt Menschen» auf einem anderen.

Über 60 Organisationen aus dem Aargau, darunter die drei Landeskirchen, hatten zum «Aufstand der Anständigen» gerufen: zu einer Kundgebung für mehr Gastfreundlichkeit gegenüber Flüchtlingen. Über 3000 waren gekommen. Mit Musik, roten Herzluftballons, mit Freunden oder allein, zogen Menschen aller Generationen und aus vielen Ländern vom Bahnhof durch die Altstadt auf den Platz vor dem Regierungsgebäude. Der Zug wurde angeführt von prominenten Menschen aus dem Kanton, unter anderem SP-Politiker Cédric Wermuth, Patrizia Bertschi von Netzwerk Asyl und Christoph Weber-Berg, Kirchenratspräsident der reformierten Aargauer Landeskirche.

Stellvertretend für die Landeskirchen hielt Weber-Berg eine flammende Rede, in der er den «Leuten mit heissem Kopf und kaltem Herzen» einen kühlen Kopf und ein warmes Herz wünschte. Immer wieder bekam er lauten Applaus, unter anderem als er darauf hinwies, dass man der Kirche vorwerfe, sie würde sich mit dem Evangelium als Vorwand in die Politik einmischen. «Ich sage klar: Nein!
Ich bin hier, weil ich im Namen der Landeskirchen zu Menschlichkeit und Solidarität in der Flüchtlingsfrage aufrufe. Ich bin hier, weil es angesichts der grossen Zahl von Flüchtlingen, die unweigerlich auf Europa zukommt, um die Verhinderung einer humanitären Katastrophe geht.»

Patrizia Bertschi vom Netzwerk Asyl plädierte für mehr Begegnungen und dafür, die vielen Talente der Asylsuchenden zu nutzen und für sie einzustehen. Die Solidarität, die in den letzten Wochen gewachsen sei, müsse fortbestehen solange es ein so grosses Gefälle zwischen Nord und Süd gebe. Der Schriftsteller Guy Krneta rief dazu auf, die «Menschenrechte mit offenen Armen» zu verteidigen.


Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von «reformiert.», «Interkantonaler Kirchenbote» und «ref.ch».


Zum Bild: Demonstrierende in der Aarauer Innenstadt.
Marianne Weymann/ref.ch

Anouk Holthuizen / reformiert.info / 23. September 2015

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