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Kirchliche Berufe: Pfarrer Hubertus Kuhns

«Für mich war klar: Wenn ich Theologie studiere, dann will ich auch Pfarrer werden»

von Carole Bolliger
min
29.12.2025
Seit 17 Jahren wirkt Hubertus Kuhns als Pfarrer in Steinhausen. Sein Beruf ist nur einer von vielen Jobs, welche die Reformierte Kirche Kanton Zug bietet.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Über die Konfirmation. Ich war nicht besonders kirchlich sozialisiert, aber mein Konf-Pfarrer war beeindruckend. Er mochte kritische Fragen, und davon hatte ich viele. Das weckte mein Interesse. Später sagte er zu mir: «Studieren Sie doch Theologie!» Erst lehnte ich ab, ein paar Monate später war ich eingeschrieben.

War für Sie immer klar, Pfarrer zu werden?

Ja. Mein damaliger Pfarrer war ein Vorbild. Für mich war klar: Wenn ich Theologie studiere, dann will ich auch Pfarrer werden. Als in Deutschland kaum Stellen besetzt wurden, bin ich in die Schweiz gekommen.

Welche Ausbildung braucht man?

Ein Theologiestudium, klassisch oder als Quereinstieg über Quest. Danach folgt das Lernvikariat. Ich bin überzeugt, dass sich die Ausbildungswege in Zukunft weiter öffnen werden.

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?

Dass ich mit Menschen für Menschen arbeiten kann. Ich kann etwas bewegen, jeden Tag. Dieses Gefühl, gebraucht zu werden, ist unglaublich erfüllend.

Was fordert Sie besonders heraus?

Die Abgrenzung. Man ist immer und überall «der Pfarrer» – im Dorf, im Coop, am Fest. Und man muss sich sehr gut selbst führen können, damit man nicht zu viel arbeitet.

Ihr schönstes Erlebnis?

Es gibt viele. Besonders aus der Jugend­arbeit: starke Momente, gute Fragen, ehrliche Begegnungen. Und Kasualien – Beerdigungen und Trauungen – sind oft berührend schön.

Wie erleben Sie die Kirche als Arbeitgeberin?

Manchmal schwerfällig und langsam. Aber auch sehr familiär. In Zug schätze ich die kurzen Wege und die Nähe: Man kennt sich, man erreicht einander.

Was raten Sie Menschen, die sich für den Pfarrberuf interessieren?

Unbedingt reinschnuppern! Praktikum, Zukunftstag, mal einen Pfarrer begleiten. Auch die Schnuppertage fürs Theologiestudium sind sehr hilfreich. Und es lohnt sich, früh zu klären, ob man sich wirklich vorstellen kann, Pfarrerin oder Pfarrer zu sein – das trägt einen gut durchs Studium.

 

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