Gemeindezentren und Pfarrhäuser sollen Flüchtlinge aufnehmen
Aufgrund der Krisensituation im Nahen Osten hat die Zahl der asylsuchenden Menschen aus Syrien auch in Schaffhausen stark zugenommen. Laut der Schaffhauser Kirchenrätin Marcelina Züricher ist das Kantonale Sozialamt deshalb an die Kantonalkirche gelangt mit der Anfrage nach Unterkunftsmöglichkeiten. In einem Schreiben an die Kirchgemeinden fordert der Kirchenrat die Gemeinden nun auf, allfällige freie Räume als Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Laut Andi Kunz vom Kantonalen Sozialamt soll jede Unterbringung vom Amt aus organisiert und begleitet werden.
Geld für Überstunden
Weiter übernimmt der Kirchenrat mit 10 000 Franken die Überstunden, die dieses Jahr bei der Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht angefallen sind. Im ersten Halbjahr 2015 hat die Beratungsstelle mehr als 200 Überstunden geleistet. Für die zweite Jahreshälfte ist eine ähnliche Anzahl zu erwarten. Laut Monique Bremi von der Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht stammen die Flüchtlinge hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Sri Lanka, Somalia und Tibet. Die Hauptzusatzarbeit betreffe Syrien, aber auch das Erdbeben in Nepal habe einiges ausgelöst, ebenso die Entwicklung im Irak.
Rund 90 Überstunden seien alleine im April und im Mai entstanden wegen sehr vieler Beschwerdefristen aus Syrien, Eritrea und Tibet. «Im ersten Halbjahr mussten bereits so viele Beschwerden eingereicht werden wie das ganze letzte Jahr», sagt Bremi. Ebenfalls angefallen seien sehr viele Einreisevisa für Kinder von tibetischen Flüchtlingen in Nepal auf der Flucht nach dem Erdbeben sowie humanitäre Visa für Sri Lanka und Syrien.
Zuschuss aus der Kirchenkasse
Die Evangelisch-reformierte Kirche unterstützt die Beratungsstelle jährlich mit einem namhaften Beitrag. Mit dem aktuellen Zuschuss soll gewährleistet sein, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle Flüchtlinge bei ihrer Gesuchseingabe weiterhin im erforderlichen Umfang beraten und begleiten können.
Zum Bild: Europa erlebt derzeit die grösste Flüchtlingskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Rund 400 000 Flüchtlinge sind unterwegs. | heks
Adriana Schneider
Gemeindezentren und Pfarrhäuser sollen Flüchtlinge aufnehmen