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Konfirmationen finden statt, aber anders

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12.01.2021
Im Juni stehen die nächsten Konfirmationen an. Wegen der Corona-Pandemie setzen die Kirchgemeinden auf flexible Lösungen.

«Konfirmation wegen Corona abgesagt oder verschoben», hiess es noch im Frühling letzten Jahres bei vielen Kirchgemeinden im Kanton Zürich. Im darauffolgenden Sommer oder Anfang Herbst haben die meisten Feiern doch noch stattgefunden, allerdings häufig in einer etwas anderen Form und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Schutzmassnahmen.

So etwa in Uster, wo die zuständigen Pfarrpersonen den Konfirmationsgottesdienst im 15-Minuten-Takt im kleinen Rahmen, nämlich mit der Familie des Konfirmanden oder der Konfirmandin, abgehalten haben. Mit feierlichem Einzug, Erteilen des Segens und abschliessendem Foto. Trotz der wenigen Zeit, die für die einzelnen Feiern zur Verfügung stand, hat Pfarrerin Silvia Trüssel diese Form als «sehr schön empfunden».

Weil die Kirchgemeinde gross ist, habe man die Feiern nicht auf dieses Jahr verschieben können, ergänzt Pfarrer Manuel Amstutz. Pro Jahr werden in Uster zwischen 80 bis 100 junge Menschen konfirmiert. 2020 waren es 70.

Flexibel und kreativ
Ăśberhaupt mussten die Kirchgemeinden flexibel sein, was die Organisation und Gestaltung von Gottesdiensten, Unterricht und Lagern anbelangte. Und sie zeigten sich kreativ.

So hat etwa die Kirchgemeinde Wetzikon das Thema «Leben vor dem Tod» des Konfirmationslagers über den Nachrichtendienst WhatsApp abgehandelt, da die traditionelle Reise ins spanische Cambrils ausfiel.

Man habe den jungen Leuten beispielsweise einen Videoclip geschickt, zu dem diese dann einen Online-Fragebogen ausfüllen mussten, erzählt Pfarrer Kurt Stehlin. Und der Konfirmationsunterricht fand in Kleingruppen virtuell statt.

Online oder draussen
Flexibel und kreativ müssen die Kirchgemeinden auch dieses Jahr sein. Bis zu den Sportferien ist wegen der Vorschriften des Bundes der Präsenzunterricht ausgesetzt. So vermitteln die Pfarrpersonen den Jugendlichen den Unterrichtsstoff auf vielfältige Art, zum Beispiel online oder im Freien.

Wichtig sei, dass man den Kontakt zu den Jugendlichen aufrechterhalte, sagt Martin Günthardt, Pfarrer des Zürcher Kirchenkreises zehn. «Das ist eine grosse Herausforderung.»

Im Kirchenkreis neun haben die Jugendlichen statt eines Konfirmanden-Wochenendes einen Postenlauf absolviert, bei dem sie interaktive Fragen lösen mussten. Ausserdem haben die Leiter auf dem Lindenplatz Interviews zum Thema «Was ist Nächstenliebe» geführt,  die Gespräche gefilmt und per WhatsApp an die Konfirmanden geschickt.

In Winterthur-Seen erhalten die Konfirmanden regelmässig auch Aufgaben nach Hause geliefert, die sie lösen müssen.    

Kurzfristig anpassen
Die Daten der diesjährigen Konfirmationen stehen vielerorts schon fest. Sie finden im Juni statt. Die zuständigen Pfarrpersonen behalten sich jedoch vor, die Anlässe kurzfristig an die geltenden Vorschriften anzupassen.

«Wir haben vom vergangenen Sommer ja schon gute Erfahrungen», sagt Pfarrer Hans-Jürg Meyer aus Winterthur-Seen. Sollte die Zahl der Gottesdienststeilnehmer im Sommer weiterhin auf 50 beschränkt sein, müssten die Jugendlichen die Zahl ihrer Gäste reduzieren. Doch: «Weitere Angehörige könnten die Feier via Livestream auf unserer Website mitverfolgen», sagt Meyer. Notfalls würden sie die Feiern sogar mit den Jugendlichen alleine in der Kirche durchführen.

Ähnlich würden es die Kirchgemeinden Wetzikon und der Zürcher Kirchenkreis neun machen. «Wir müssen nach vorne schauen», sagt der Zürcher Pfarrer Felix Schmid. Und sein Amtskollege Kurt Stehlin aus Wetzikon ergänzt: «Wer weiss schon, was im Sommer ist. So plant Stehlin das Konfirmationslager diesmal bewusst nicht in Spanien, sondern in einem Lagerhaus am Neuenburgersee. «Und im Hinterkopf mache ich mir bereits Gedanken zu einer Ersatzlösung vor Ort.»

Nadja Ehrbar, reformiert.info

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