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Letzte Hilfe beim Sterben

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03.06.2019
Kaum ausgeschrieben – schon ausgebucht. Die Letzte Hilfe-Kurse der reformierten Zürcher Landeskirche sind ein Grosserfolg. Und sie werden in immer mehr Regionen der Schweiz exportiert.

┬źAls wir im Juni 2017 den ersten Kurs anboten, ahnten wir noch nicht, wie gross die Nachfrage sein w├╝rde┬╗, sagt Matthias Fischer, Beauftragter f├╝r Palliative Care bei der Z├╝rcher Landeskirche. Zusammen mit seiner Kollegin Eva Niedermann, Pflegefachfrau mit einer Masterausbildung in Palliative Care und bei der Kirche f├╝r den Bereich Alter und Generationen zust├Ąndig, hat er das Angebot lanciert. 36 Kurse wurden seither im Kanton Z├╝rich durchgef├╝hrt. Und die Idee fand rasch Anklang bei anderen Kantonalkirchen. Inzwischen haben schweizweit 840 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Letzte-Hilfe-Kurs besucht. Bald schon gab es das Angebot im Graub├╝nden, es folgten der Aargau, die beiden Basel und Bern.

Wichtiger Austausch
Entwickelt wurde das Format vom deutschen Palliativmediziner Georg Bollig in Zusammenarbeit mit Andreas Heller, dem Lehrstuhlinhaber f├╝r Palliative Care in Wien. Die reformierte Z├╝rcher Kirche hat die Lizenz f├╝r die Kurse in der Schweiz erworben. Der Letzte-Hilfe-Kurs will analog zum Erste-Hilfe-Kurs eine Art Einmaleins der Sterbebegleitung vermitteln. In den vier bis sechs Stunden geht es aber nicht nur um Wissensvermittlung. Auch der Austausch unter den Teilnehmern mit ihren Erfahrungen und Erwartungen nimmt einen wichtigen Platz ein.

Breit getragen
Angesichts der grossen Nachfrage bilden Eva Niedermann und Matthias Fischer immer neue Kursleiter und Kursleiterinnen aus. So wie k├╝rzlich 30 Personen in Bern. Nach einem erfolgreichen Pilotkurs im letzten Dezember soll die Letzte Hilfe-nun im ganzen Kanton Bern angeboten werden. ┬źWir brauchen f├╝r jede der sechs Spitalregionen genug Leiterinnen und Leiter┬╗, sagt Pascal M├Âsli, Beauftragter f├╝r Palliative Care der reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn. Er ist ├╝berzeugt, dass die Nachfrage gross sein wird: ┬źMit den drei Landeskirchen, der Spitex und dem Palliativzentrum des Inselspitals verf├╝gen wir ├╝ber eine starke Tr├Ągerschaft┬╗, so M├Âsli.

Von den Entwicklern des Formats ist vorgegeben, dass die Kurse stets von zwei Personen gemeinsam geleitet werden. Diese Tandems setzen sich in Bern aus einer Fachperson der Spitex mit Palliative-Care-Wissen und jemandem aus der Seelsorge oder Diakonie mit Erfahrung in der Begleitung von Sterbenden und ihren Angeh├Ârigen zusammen. ┬źWir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit der Spitex, denn sie ist f├╝r unser Engagement im Bereich Palliativpflege zentral┬╗, so M├Âsli.

Breiter Austausch
Inzwischen hat das Angebot auch die Westschweiz erreicht. Die Waadtl├Ąnder Sektion der schweizerischen Gesellschaft f├╝r Palliative Care hat die Kursunterlagen ins Franz├Âsische ├╝bersetzt. Auch in der Region Basel werden die Letzte-Hilfe-Kurse von einer Sektion der Gesellschaft organisiert. ┬źWir arbeiten dabei eng mit den Beauftragten f├╝r Palliative Care der Kirchen zusammen┬╗, sagt Ruth Mad├Ârin von ┬źpalliativ bs + bl┬╗. Vier Kurse wurden bisher durchgef├╝hrt, ein f├╝nfter steht bevor. Die Pflegefachfrau ist vom Konzept ├╝berzeugt: ┬źIm Kurs geht es auch darum, zu erfahren, wo man sich Hilfe holen kann und wie man die eigenen Grenzen erkennt┬╗, so Mad├Ârin.

Neu auch f├╝r Kinder
Die Erfolgsgeschichte soll weitergeschrieben werden. Vor kurzem haben sich Niedermann und Fischer in Hamburg f├╝r ein neues Kursformat ausbilden lassen. ┬źLetzte Hilfe f├╝r Kids┬╗ richtet sich an Kinder und Jugendliche und will weiter dazu beitragen, das Sterben und den Tod aus der Tabuzone zur├╝ck in die Mitte der Gesellschaft zu holen. ┬źF├╝r Schulen und vor allem f├╝r den Konfirmationsunterricht ist das sehr spannend┬╗, ist Fischer ├╝berzeugt. Wann der erste Kurs stattfindet, ist noch unklar. Denn im Moment sind die beiden Verantwortlichen in der Z├╝rcher Landeskirche mit weiteren organisatorischen Fragen befasst. Fischer erkl├Ąrt: ┬źInzwischen sind so viele Partner am Kursangebot beteiligt, dass wir eine gemeinsame Organisationsform finden m├╝ssen.┬╗

Christa Amstutz, reformiert.info, 29. Mai 2019

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