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Martin Dürr: Der Himmel und der FC Basel

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01.01.2016
Fussballfans wundern sich, dass ein Fussballfan Pfarrer ist. Kirchenmenschen wundern sich, dass ein Pfarrer Fussball liebt. Ich durfte als Kind nicht in einen Fussballklub. «Das sind raue Gesellen», sagte mein Vater, wenn ich bettelte.

Er konnte aber nicht verhindern, dass ich jede freie Minute Fussball spielte. Als Kindergärtler auf der Quartierstrasse, als Schüler im Pausenhof oder in den Gärten der Wohngenossenschaften; immer auf der Hut, ob irgendwo ein Abwart erscheint, der den Ball konfisziert. Beim Fussballspielen verlor ich jedes Zeitgefühl und spielte, bis man den Ball nicht mehr sehen konnte in der Dunkelheit. Ich lernte, dass man im Fussball viel über einen anderen Menschen erfährt. Spielt er den Ball ab oder will er nur selbst glänzen? Setzt er sich voll ein oder nur solange er gewinnt? Übernimmt er Verantwortung oder lässt er in heiklen Situationen andere das Risiko des Versagens tragen? Kann er einen Fehler oder ein Foul eingestehen? Ist er auch nach einer Niederlage noch dein Freund?
Ich lernte, dass man eine Chance nützen muss. Wenn du den Penalty nicht versenkst, gibt es keine Wiederholung. Andererseits fängt jedes Spiel wieder bei 0 : 0 an. Selbst gegen übermächtige Gegner gibt es Überraschungen.
Nicht alles, was ich im Leben brauche, habe ich beim Fussballspiel gelernt. Aber einiges. Fairness und Teamfähigkeit; den Umgang mit Siegen und mit Niederlagen; die Hoffnung nicht aufzugeben bis zur letzten Minute. Der Glaube kam mir erst in die Quere, als ich anfing um den Sieg zu beten. Nach einem nicht einsehbaren Muster wurden meine Gebete manchmal erhört und manchmal nicht. Nach einer Niederlage des FCB schien mir die einzige Erklärung zu sein, dass mehr Leute für den Gegner gebetet hatten. Später lernte ich, dass Gott nicht auf alles Einfluss nimmt. Ich glaube nicht, dass es einen Fussballgott gibt. Ich glaube an einen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat und der uns in Jesus nahegekommen ist. Derselbe Gott hat mindestens zugelassen, dass es den Fussball gibt. Gott sei Dank.





Viertelstunde zur Fussball-WM in Brasilien
Ab dem 12. Juni ist es wieder so weit: An der Fussball-WM in Brasilien spielen 32 Mannschaften um den Sieg. ­
Zu diesem Grossanlass gibt die Schweizerische Evangelische Allianz eine «Viertelstunde für den Glauben» heraus. Die Verteilzeitung lässt christliche Fussballstars zu Wort kommen und thematisiert Glaubensfragen in packender Weise. Natürlich dürfen auch brasilianische Impressionen, Interviews und persönliche Lebensgeschichten nicht fehlen.
Die WM-Ausgabe der «WM-Viertelstunde» kann bestellt werden bei: Schweizerische Evangelische Allianz, «Viertelstunde für den Glauben», Josefstrasse 32, 8005 Zürich, E-Mail: viertelstunde@each.ch; Tel. 043 366 60 83.

Martin Dürr, Industriepfarrer in Basel aus: «Viertelstunde für den Glauben»

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