Menschen begleiten, selber weiterkommen
Die Wegbegleitung Leimental setzt sich seit 20 Jahren für Menschen ein, die einsam sind oder Hilfe im Alltag brauchen. In Binningen-Bottmingen hat die Wegbegleitung gerade ihr zweijähriges Pilotprojekt abgeschlossen, die nötigen Gelder für das nächste Jahr wurden bereits gesprochen.
Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter unterstützen Menschen in deren Alltag: etwa die alleinerziehende Mutter, die sich erst dann eine Pause gönnen kann, wenn die Wegbegleiterin die Kinder auf den Spielplatz bringt, oder der Demenzkranke, der sich Besuch wünscht. Die Ansprüche sind vielfältig.
Die richtige Person zuteilen
Die Wegbegleitung im Leimental unterscheidet sich von anderer Freiwilligenarbeit. Wer helfen möchte, muss erst einen Einführungskurs durchmachen. Viermal im Jahr finden zudem Supervisionen statt. «Heutige Freiwillige sind anspruchsvoller und wollen ausgebildet werden», sagt Tabitha Urech, Sozialdiakonin in Binningen. «Uns ist wichtig, dass ihnen die Wegbegleitung Freude bereitet.» Das gehe allerdings nur, wenn die Freiwilligen der richtigen Person zugeteilt würden. Im Grundkurs geht es deshalb nicht in erster Linie nur darum, den Freiwilligen neues Know-how beizubringen, sondern vor allem, dass die Organisatorinnen die Menschen mit ihren Stärken und ihren Schwächen kennenlernen.
«Gerade haben wir einen 19-jährigen jungen Mann aus Afghanistan», erzählt Kontaktstellenleiterin Monika Heitz. «Er war noch nie in der Schule, aber die Kesb konnte keine geeignete Nachhilfe für ihn finden. Für die meisten Programme war er bereits zu alt – dabei muss er unbedingt rechnen können, sonst wird er hier über den Tisch gezogen!» Für Heitz war klar: Der junge Mann braucht eine Fachperson. Tatsächlich fand sich eine Primarlehrerin, die seit Mitte November regelmässig mit ihm Mathematik übt. «Das ist ein sehr guter Match», findet Monika Heitz. «Diese Lehrerin wollte etwas machen, was sie herausfordert, bei dem sie ihr Know-how anwenden kann.»
Ausbildung der Freiwilligen
Verschiedene Ansätze der Wegbegleitung gibt es in der ganzen Schweiz. Die Wegbegleitung Leimental wird als eine von wenigen noch immer von den Kantonalkirchen getragen und ist ökumenisch. «Mit der Wegbegleitung vervielfachen wir die Diakonie», sagt Tabitha Urech. «Sie ist ein gutes Aushängeschild für die Kirche, denn sie macht die Arbeit sichtbar.»
Die Tatsache, dass die Freiwilligen ausgebildet werden, verleiht der Wegbegleitung eine besondere Qualität. Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter erhalten zudem eine Bestätigung ihrer Arbeit, die Bewerbungen beigelegt werden kann. Die Dauer und die Regelmässigkeit einer Wegbegleitung sind von Fall zu Fall unterschiedlich und werden im Vorfeld besprochen. Jedenfalls soll sich Wegbegleitung für alle Beteiligten lohnen, so Monika Heitz: «Für die Betroffenen, denen geholfen wird, über deren Angehörige und vor allem aber auch für die Freiwilligen – die Supervisionen machen das Leben reicher!»
Informationsveranstaltung: Mittwoch, 4. Februar, 18 Uhr, Hauptstrasse 47, Oberwil. Auskunft: 061 425 90 01
Grundkurs: 14., 18., 21. und 25. März.
www.wegbegleitung-leimental.ch
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