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Mit Fundraising in die Zukunft

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23.03.2017
Die Basler Reformierten ein Erfolgsmodell? Die nackten Austrittszahlen vermitteln ein falsches Bild, sagt Kirchenratspräsident Lukas Kundert und sieht dank Drittmitteln eine positive Zukunft für seine Kirche.

Die Basler Kirchen sind ¬ęSchweizermeister¬Ľ bei den Kirchenaustritten. Wer die vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut bekanntgegebenen Zahlen im Hinterkopf hatte, staunte darum nicht schlecht √ľber die Ank√ľndigung einer Veranstaltung des Basler Forums f√ľr Zeitfragen: ¬ęIm deutschsprachigen Raum werden die Volkskirchen praktisch vollumf√§nglich von Kirchensteuermitteln und staatlichen Subventionen finanziert. Die Basler Kirche geht seit 25 Jahren ihren eigenen Weg. Wider Erwarten mit Erfolg.¬Ľ An dem Anlass vom 22. M√§rz zeichnete der Basler Kirchenratspr√§sident Lukas Kundert ein positives Bild seiner Kirche. Wie kommt er zu dieser Sichtweise?

Nur durch Kirchensteuer finanziert
Ein Grund liegt in der ungleichen Ausgangslage, in der sich die Basler Kirche gegen√ľber den anderen Deutschschweizer Kantonalkirchen befindet. W√§hrend sich in Z√ľrich und Bern, aber auch im Baselbiet die Finanzen der Kirchen aus Kirchensteuer, Steuern von juristischen Personen und kantonalen Subventionen zusammensetzen, k√∂nnen die Basler Kirchen nur auf die Einnahmen aus den Kirchensteuern ihrer Mitglieder zur√ľckgreifen. Nur die Spital- und Gef√§ngnisseelsorge entsch√§digt der Kanton zus√§tzlich. Trotz dieser ungleichen Bedingungen behaupteten sich die Basler Reformierten bis heute gut, hielt Lukas Kundert fest.

Der Kirchenratspr√§sident r√ľckte die nackten Austrittszahlen in ein gr√∂sseres Gesamtbild. ¬ęAlle St√§dte verlieren Mitglieder, auch Z√ľrich und Bern. Andere Kantone besitzen ein l√§ndliches Umfeld, das sich punkto Austritte ausgleichend auswirkt. Mit Riehen und Basel bilden die beiden gr√∂ssten St√§dte der Nordwestschweiz und ein Dorf unseren Kanton.¬Ľ

Migration f√ľhrt zu Austritten
Kunderts Aussage belegen nackte Zahlen. Dort, wo die Migration am gr√∂ssten ist, n√§mlich in St√§dten und Stadtquartieren, sind die Austrittszahlen am h√∂chsten. In Basel sind die Mitgliederzahlen dort stabil, wo die Alteingesessenen wohnen, die hier geboren sind. Kundert: ¬ęWer nach Basel zieht, hat kaum eine Bindung zu unserer Kirche und tritt aus¬Ľ. Jene, die sich zu den Basler Reformierten bekennen, seien zudem mit dem Angebot zufrieden. Deshalb: ¬ęNicht die Kirchensteuern f√ľhren zum R√ľckgang, sondern die Migration und die nat√ľrliche Fluktuation.

Wenn in Basel im Jahr 2016 noch 150 Kinder getauft wurden, aber 600 Menschen starben, dann verliere die Kirche allein dadurch 450 Mitglieder. Eine Zahl, die auch keine andere Kirche allein durch Beitritte auszugleichen vermöge, so Kundert.

Interessant sei zudem die Tatsache, dass die Reformierten heute pro Kopf finanzst√§rker sind, als zu ihren besten Zeiten. Kamen 1994 bei 54‚ÄČ000 Mitgliedern rund 550 Franken auf den Einzelnen, so seien es heute mit 28‚ÄČ000 Mitgliedern rund 800 Franken, rechnete Kundert vor. Dies, weil kr√§ftig mit Drittmitteln aus F√∂rdermodellen mitfinanziert werde.

50 Prozent aus Drittmitteln
Bis 2025 sollen 50 Prozent des Finanzbedarfs aus Drittmitteln generiert werden. Das bedeutet: 19 Pfarrstellen k√∂nnten finanziert werden, ohne Kirchgemeinden fusionieren zu m√ľssen. In verschiedenen Kirchgemeinden und kantonalkirchlichen Stellen funktioniere das Fundraising bereits bestens, freute sich Kundert.

Das vom Kirchenrat angestrebte Finanzierungsmodell w√ľrde auch die Pfarrschaft entlasten. Kundert: ¬ęJede Stelle, die wir zus√§tzlich finanzieren k√∂nnen, entlastet unsere Pfarrerinnen und Pfarrer bei der Bew√§ltigung ihres oft kaum noch √ľberblickbaren Aufgabenkatalogs.¬Ľ

Franz Osswald / Kirchenbote / 23. März 2017

Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von ¬ęreformiert.¬Ľ, ¬ęInterkantonaler Kirchenbote¬Ľ und ¬ęref.ch¬Ľ.

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