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Mehr Einsätze als im Vorjahr

Notfallseelsorge bei 98 Ereignissen im Einsatz

von Michi Zimmermann
min
21.02.2025
Notfallseelsorgende und Caregivers sind bei Suizid, ausserordentlichen Todesfällen, schweren Verkehrsunfällen und auch Ereignissen wie beim Brand in Wiggen im Einsatz.

Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Caregivers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. «Bei einem Grossereignis, wie beim Brand in Wiggen, sind umgehend weitere Notfallseelsorgende und Caregivers für die unterschiedlichen Anspruchsgruppen präsent und auch danach», erklärt Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter ökumenische Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern.

Im Jahr 2024 standen die Teammitglieder bei 98 Ereignissen im Einsatz (Vorjahr: 82) und leisteten während 980 Stunden (Vorjahr: rund 848) psychologische und seelsorgerliche Unterstützung. «Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg. Unsere Aufgabe ist es, Ereignisse, Gefühle und Handlungen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden», so Beeler-Longobardi.

Höchste Zahl an geleisteten Stunden

Im Jahr 2024 waren die Teams bei 98 Ereignissen präsent. «Im Vergleich der letzten elf Jahre ist dies eine der höchsten Zahlen», sagt Christoph Beeler-Longobardi. Am häufigsten gerufen wurden Notfallseelsorgende und Caregivers bei ausserordentlichen Todesfällen. Das ist beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zu Hause. Die Zahl solcher Ereignisse stieg auf 35 (Vorjahr: 31). «980 Stunden haben wir bisher noch nicht geleistet, und damit ist dies der bisher höchste Wert seit 2013. Beim Brand in Wiggen waren unsererseits fünf Teammitglieder beteiligt, um auf die Situationen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen einzugehen», erklärt Beeler-Logobardi die Einsatzstatistik.

Weiterbildung und Training

Der Schwerpunkt der Weiterbildungskurse 2024 lag bei der Kommunikation, welche einen zentralen Bestandteil in komplexen Situationen bedeutet. Auf Themen wie Sprachregelung, Umgang mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen und die verbale sowie die nonverbale Kommunikation wurde eingegangen.

Auch die Zusammenarbeit mit Partnern bei kriminaltechnischen Untersuchungen am Schadenplatz war ein Schwerpunkt. Ein weiterer Ausbildungstag widmete sich dem Umgang mit Aggression und Gewalt, Täter-Opfer-Dynamiken und möglichen Deeskalationstechniken.

Träger des Angebots sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern. Die Leitung des Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi und Thomas Seitz. Rund 40 Caregivers und Notfallseelsorgende sind im Team.

 

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