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Schweizer Anlaufstelle für Reformierte in Jerusalem

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04.11.2020
Ende Oktober initiierte eine Gruppe von reformierten Pfarrpersonen die Gründung der ersten evangelischen Schweizer Kirche im Heiligen Land. Ziel ist die Errichtung eines Pfarramts in Jerusalem.

┬źViele Kirchen haben in Jerusalem seit l├Ąngerem eine Vertretung. Demgegen├╝ber verf├╝gen wir Schweizer Reformierten bisher nicht einmal ├╝ber eine Ansprechperson in Israel┬╗, sagt Pfarrer Nico Rubeli, Gr├╝ndungsmitglied des ┬źVereins Evangelische Schweizer Kirche in Israel┬╗. Dies sei umso erstaunlicher, als die Schweiz in allen Phasen der Entwicklung des modernen Staates Israel stets gestaltend involviert war und die Zahl der in Israel permanent Niedergelassen mit Schweizer Pass dynamisch wachse. Ziel des Vereins sei die Errichtung eines Pfarramts in Jerusalem. Die Finanzierung der Hundertprozentstelle solle aus Mitgliederbeitr├Ągen und Spenden erfolgen. Aus Synergie- und Effizienz├╝berlegungen strebe der Verein Kooperationen mit anderen Kirchen und Organisationen an.

Beziehungen Schweiz-Israel
Warum aber geht die Gr├╝ndung einer Pr├Ąsenz der Reformierten im Heiligen Land gerade von Basel aus? Dazu sagt Lukas Kundert, Basler Kirchenratspr├Ąsident und Pr├Ąsident des neu gegr├╝ndeten Vereins: ┬źDie Schweizer und vor allem die Basler Kirchen pflegen seit jeher eine enge Beziehung zu Jerusalem.┬╗ So habe etwa Conrad Schick, der von der Pilgermission St. Chrischona bei Bettingen nach Jerusalem geschickt wurde, 1874 ausserhalb der Altstadt das j├╝dische Viertel Mea Schearim gegr├╝ndet. Etwas sp├Ąter habe der Basler Kaufmann und Bankier Johannes Frutiger die 1892 er├Âffnete erste Eisenbahnlinie zwischen Jaffa und Jerusalem initiiert. Im Laufe des 19. Jahrhunderts h├Ątten immer wieder Stadtplaner und Architekten aus Basel in Jerusalem gewirkt. Derzeit baut das Basler B├╝ro Herzog & de Meuron eine neue Nationalbibliothek. Und nicht zu vergessen sei der 1. Zionistische Kongress, der 1897 im Stadt-Casino Basel tagte. Das Bild von Theodor Herzl auf dem Balkon des Hotels ┬źDrei K├Ânige┬╗ sei nicht nur bei historisch interessierten Baslern fest im Ged├Ąchtnis verankert.

Anlaufstelle und Weiterbildung
Zu den Schwerpunkten des ┬źVereins Evangelische Schweizer Kirche in Israel┬╗ werden Aus- und Fortbildungen in Israel und in der Schweiz, die Antisemitismus-Pr├Ąvention sowie die Begegnungen verschiedener Kulturen geh├Âren. Insbesondere sollen die Erfahrungen im christlich-j├╝dischen Dialog einfliessen, die man in Basel mit den von Nico Rubeli vor ├╝ber zwanzig Jahren gegr├╝ndeten ┬źChristlich-J├╝dischen Projekten (CJP)┬╗ gemacht habe. Augenblicklich sei man f├╝r das Jerusalemer Pfarramt auf der Suche nach Geldern.

Toni Sch├╝rmann, kirchenbote-online

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