Schweizer Kirchen veröffentlichen gemeinsame Leitlinien zu künstlicher Intelligenz
Beteiligt sind gemäss der Medienmitteilung neben der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), der Dachverband Freikirchen.ch, die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA). Die Leitlinien tragen den Titel «Menschlichkeit im digitalen Zeitalter». Sie gehen von der christlichen Überzeugung aus, dass Menschen Personen sind, von Gott geschaffen und in ihrer Würde unverfügbar.
EKS-Präsidentin Rita Famos betont das gemeinsame Vorgehen: «Künstliche Intelligenz verändert, wie wir lernen, arbeiten und miteinander umgehen. Dass fünf Kirchen und Verbände dazu gemeinsam sprechen, freut mich besonders: In dieser Frage haben wir als Kirchen in der Schweiz eine Stimme.»
Die zehn Leitlinien verbinden Fragen des christlichen Menschenbildes mit konkreten Herausforderungen der KI. Sie halten unter anderem fest: «Menschen sind etwas anderes als Maschinen» und «Menschen sind mehr als ihre Daten». Weitere Punkte betreffen die leibliche Erfahrung in Beziehungen, die Persönlichkeitsbildung, die Prüfung von Wahrheit, den Schutz der Mitbestimmung und die ökologische Verantwortung im digitalen Bereich. Laut den Leitlinien braucht digitale Macht «Grenzen und Teilhabe».
Auch die Partnerkirchen äussern sich in der Mitteilung. SBK-Präsident Bischof Charles Morerod sagt: «Wer über künstliche Intelligenz spricht, spricht immer auch über den Menschen.» Bischof Frank Bangerter von der Christkatholischen Kirche hält fest, KI dürfe nicht nur jenen nützen, «die ohnehin die Macht haben». Peter Schneeberger, Präsident von Freikirchen.ch, weist darauf hin, dass die Gemeinden seines Verbands KI bereits für Übersetzungen, Verwaltung und Kommunikation nutzen.
Die Leitlinien richten sich an kirchliche Institutionen, Gemeinden und Werke. Gemäss der Medienmitteilung verstehen sie sich zugleich als Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte, etwa zur Frage, wo ein Mensch verantwortlich bleiben muss. Der Text ist unter menschlichkeit-digital.ch abrufbar.
Am 20. Oktober werden die Leitlinien an der ökumenischen Fachtagung «Ghost in the machine» in der Paulus Akademie in Zürich vorgestellt und vertieft. Die Tagung organisiert das Kompetenzzentrum Theologie und Ethik der EKS gemeinsam mit der Paulus Akademie. Programm und Anmeldung: www.paulusakademie.ch
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