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Kunst

Schweizer Kreuzweg nun im Petersdom

von Mirjam Messerli/reformiert.info
min
20.02.2026
Feierlich werden die 14 grossformatigen Ölgemälde des Bieler Künstlers Manuel Dürr am 20. Februar im Petersdom geweiht. Bald ist der Kreuzweg öffentlich zu sehen.

«Was für eine Ehre! Und wie beängstigend, Werke zu schaffen, die ihren Platz an einem so bedeutenden Ort bekommen.» Das sagte der Bieler Künstler Manuel Dürr letzten Herbst, als er seine 14 grossformatigen Ölgemälde für einen neuen Kreuzweg im Petersdom in Rom gemalt hatte.

Am 20. Februar ist nun der grosse Tag gekommen: Das Werk des Schweizers wird in einer feierlichen Messe geweiht. Noch besteht gar die Möglichkeit, dass Papst Leo XIV. die Weihung persönlich vornehmen wird, wie Manuel Dürr aus Rom berichtet.

Internationaler Wettbewerb

Die für die Papstbasilika St. Peter im Vatikan verantwortliche «Fabbrica di San Pietro» hatte im Jahr 2024 einen internationalen Wettbewerb zur Realisierung einer «Via Crucis» (Kreuzweg) für den Petersdom ausgeschrieben. Ziel des Wettbewerbs war es, den Gläubigen während der jährlichen Fastenzeit vor Ostern eine zusätzliche Möglichkeit zur Kontemplation und zum Gebet in der Hauptkirche der römisch-katholischen Christenheit zu schenken.

Diesen Kunstwettbewerb gewann Manuel Dürr. An dem Wettbewerb nahmen über 1000 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt teil.

Die Jury, bestehend aus führenden Kunsthistorikern, Liturgikern und vatikanischen Würdenträgern, lobte insbesondere die tiefe Spiritualität und Ausdruckskraft in Dürrs Skizzen. Seine Darstellungen der 14 Stationen des Leidenswegs Christi werden jährlich wiederkehrend während der Passions- und Osterzeit im zentralen Kirchenschiff der Papstbasilika ausgestellt sein.

Die Konsekration (Weihe) der Bildergruppe sei Ausdruck der hohen Wertschätzung und Zufriedenheit der «Fabbrica di San Pietro» und anderer Entscheidungsträger im Vatikan, so der Künstler.

 

Zum Künstler

Manuel Andreas Dürr (*1989) studierte Malerei an der Klassischen Kunstakademie in Florenz und später Philosophie, Kunstgeschichte und Slawistik an den Universitäten Fribourg und Bern. Seine Werke wurden in internationalen Ausstellungen in Europa, China und den USA gezeigt. Er arbeitet als freischaffender Künstler in Biel und führt das Atelier zusammen mit seiner Frau Anja. Sie haben drei kleine Kinder.

 

«Malerei kann heute eine besondere Form sein, die Wahrheit zu sagen», findet Manuel Dürr. Er sieht einen Kontrast zur digitalen Bilderflut. Malerei sei dagegen langsam und bedächtig. «Während digitale Bilder die ganze Welt simulieren können, bleibt der Akt des Malens etwas tief Existenzielles. Man bereist die Welt der Malerei wie eine lange, beschwerliche Reise, für die es Planung und Hingabe braucht.»

Mit seinem Sieg an diesem mit 120‘000 Euro dotierten Wettbewerb erhält Manuel Dürr die einmalige Möglichkeit, seine künstlerische Interpretation der Via Crucis an einem weltweit einzigartigen Ort auszustellen.

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