Seit 30 Jahren ein Erfolgsmodell
Vieles am Evangelischen Theologiekurs ist während der vergangenen 30 Jahre gleich geblieben. Inhaltlich orientiert sich der Kurs am klassischen Theologiestudium: Die fünf Bereiche Bibel, Themen der Theologie, Ethik, Spuren des Christlichen und Religionswissenschaft entsprechen ungefähr den theologischen Fächern. Geblieben ist auch die zentrale Leitung in Zürich (www.wtb.ref.ch), die für die Erarbeitung der Kursunterlagen zuständig ist. Und die Kursleitenden treffen sich zweimal jährlich zur Weiterbildung. Unverändert ist zudem der Anspruch des Kurses, theologisches Wissen an Interessierte aller Art zu vermitteln, ob sie aus persönlichen Gründen kommen, weil sie als Kirchenvorstände oder Synodale mehr wissen möchten oder berufliche Gründe haben. Gleich ist, dass Menschen mit unterschiedlichem beruflichem und religiösem Hintergrund zusammen lernen, einander in ihrer Unterschiedlichkeit hören und zu verstehen versuchen. Bewährt hat sich auch der methodische und didaktische Anspruch: Die Inhalte sollen interessant vermittelt werden und ihre Relevanz soll deutlich werden.
Flexibler geworden
Manches aber ist anders geworden, hat sich der Zeit angepasst: Heute wird nicht mehr im Stuhlkreis mit einer gestalteten Mitte gearbeitet, sondern an Tischen. Manche Themen sind wichtiger geworden, wie die Einblicke in den Islam, andere überholt, wie die Einblicke in die Esoterik. Neu in Basel ist, dass der Kurs in zwei Gruppen geführt wird. Wer in Basel-Stadt die Ausbildung zur Religionslehrerin macht, besucht den ETK als theologische Ausbildung. Neu ist auch, dass es jeden Sommer Neueinsteiger in die bestehenden Gruppen gibt und ein Teil der Teilnehmenden den Kurs abschliesst. Das funktioniert ohne Probleme: Der Kurs ist modular aufgebaut und es kommt kaum darauf an, welche Module zuerst besucht werden.
Warum der ETK zum Erfolgsmodell wurde, sei schwer zu sagen, meint Dorothee Dieterich, eine der Kursleitenden. Sicher sei, dass er ein wichtiges, ein nötiges Projekt ist. Zum christlichen Glauben gehörte von Anfang an nicht nur eine anspruchsvolle Ethik, sondern auch hoch differenziertes Nachdenken über das Leben. Dieterich: «Die Intellektuellen waren z. B. in den ersten Jahrhunderten oder während der Zeit der Reformation voll dabei und nicht leise gelangweilt. Der Schatz dieses theologischen Wissens will immer wieder neu entdeckt werden. Und dazu hilft der ETK.»
Eine Erklärung für den grossen Erfolg des Theologiekurses können eventuell die Statements geben, die Teilnehmende nach Absolvierung des Kurses abgegeben haben:
«Der Theologiekurs hat meine Erwartungen übertroffen. Er ist etwas vom Besten, was ich je gemacht habe. Alles, was ich stückweise
aus Predigten, Vorträgen oder Büchern gewusst habe, ist zu einem vielschichtigen, farbigen Teppich zusammengewachsen. Vorurteile und negative Gefühle erscheinen in einem neuen Zusammenhang. Am meisten von allem erfreute mich das engagierte Gespräch mit sehr verschiedenen Menschen über religiöse Fragen. Dazu haben wir in unserem Alltag wenig Gelegenheit. Der Kurs bietet eine konzentrierte, fachlich hochstehende Grundlage in der Ausbildung zur Katechetin, zum Katecheten», sagt Kursteilnehmerin Charlotte Hinderling. Mehr braucht es kaum, um den Erfolg des Theologiekurses zu verstehen.
Details zum Kurs
Der ETK findet in Basel jeweils montags von 1417 Uhr und
von 1922 Uhr im Forum für Zeitfragen statt. Dazu kommen einzelne Samstage und 1 oder 2 Wochenenden im Jahr, die von der Grossgruppe besucht werden. Geleitet wird der Kurs von Dorothee Dieterich, Daniel Frei und Regula Tanner. Anmeldungen gelten jeweils verbindlich für ein Jahr. Die Kurskosten betragen 1500 Fr./Jahr. Am 19. Mai um 17.15 Uhr findet ein Informationsabend für Interessierte im Forum für Zeitfragen statt. Kursbeginn ist am 23./24. August.
Seit 30 Jahren ein Erfolgsmodell