SEK lehnt PID ab wenn auch nicht ganz
Wie der SEK am 5. Mai in einer Mitteilung schreibt, lehnt er die Verfassungsrevision ab, welche die PID erlauben würde. Die Vorlage kommt am 14. Juni zur Abstimmung.
Seine ablehnende Haltung begründet der Kirchenbund damit, dass die PID eine Selektion von Embryonen ermögliche, welche in den «hoch sensiblen und problematischen Bereich der Eugenik» vorstosse. Eine «künstliche Selektion und Kontrolle der menschlichen Fortpflanzung» bedarf allerdings einer strikten rechtlichen Regelung. Wie die SEK-Kommunikationsbeauftragte Anne Durrer auf Anfrage mitteilt, sei der Kirchenbund nicht generell gegen die PID: «Der Wunsch der Eltern nach einem gesunden Kind können wir sehr gut verstehen. Deshalb sind wir auch nicht grundsätzlich dagegen.» Der Anwendungsbereich der PID sei aber im Fortpflanzungsmedizingesetz kaum geregelt, viele Fragen würden den Ärzten oder den Eltern überlassen.
SEK schweigt zu Stimmenverhältnis beim PID-Entscheid
So verlangt der SEK beispielsweise, dass die «Würde des Embryos» explizit unter den Schutz der Bundesverfassung gestellt werde. Stimmt das Volk der Verfassungsrevision zu, ist die Herstellung von zwölf Embryonen erlaubt. Durrer sagt, dass in diesem Fall nicht klar geregelt sei, was mit den überzähligen Embryonen, die nicht der Mutter eingepflanzt werden können, passiere: «Die Gefahr besteht, dass sie zu Forschungszwecken eingesetzt werden».
Die Argumente des SEK-Rates basieren auf einem Grundlagen-Papier des SEK-Ethikers Frank Mathwig. Wie heftig über die PID im siebenköpfigen Rat debattiert wurde und wie am Ende das Stimmenverhältnis ausgefallen ist, darüber will der SEK keine Auskunft geben. Allerdings sei klar, dass bei solch einem schwierigen Thema unterschiedliche Meinungen und Anschauungen aufeinanderprallen würden, sagt Durrer. Wichtig sei auch, dass die Kirchenbund-Argumentation auf die PID-Frage einen theologischen Fokus habe, der SEK sei eine kirchliche Stimme. So heisst es in der Mitteilung, dass auch die Bibel um die Gefahren menschlicher Überforderung wisse und deshalb die Geschichte von Gottes «Ja» zu jedem Menschen prominent an den Anfang gestellt wurde: «Jeder Mensch ist das von Gott gewollte Geschöpf. Und weil für den Schöpfer kein Leben verwerflich sei, müsse kein menschliches Leben überprüft und aussortiert werden.»
«Kleine Öffnung» der PID vorstellbar
Zu haben wäre der Kirchenbund laut Durrer für eine «kleine Öffnung der PID». So soll die Methode nicht als frei wählbare Alternative angeboten werden, sondern nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen. Und auch dann nur, wenn eine Beratung im Voraus erfolgt: «Die Konsequenzen und Zumutungen des Gewissensentscheides müssen vor der PID geklärt sein», sagt Durrer.
Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von «reformiert.», «Interkantonaler Kirchenbote» und «ref.ch».
Zum Bild: Der SEK sagt Nein zur PID und fordert die Würde des Embryos unter Bundesverfassungsschutz zu stellen. Im Bild: Embryonen im 2- und 4-Zellen-Stadium.
Wikimedia/Minami Himemiya
Oliver Demont / ref.ch
SEK lehnt PID ab wenn auch nicht ganz