«Simple Aufklärung kann Leben retten»
In Westafrika wütet das Ebola-Virus. Bis im Oktober haben sich in Guinea, Liberia und Sierra Leone rund 9200 Menschen angesteckt. Über 4500 sind an der Krankheit gestorben. Mittlerweile prüft der Bundesrat einen humanitären Einsatz der Schweizer Armee, um die UNO-Mission vor Ort im Kampf gegen Ebola zu unterstützen.
Die Epidemie trifft auch die Kirchen, die seit Jahren Entwicklungsprogramme in westafrikanischen Ländern betreuen. Zu den ersten Opfern gehörte ein spanischer Missionar, der nach seiner Rückführung aus Liberia in Madrid starb. Die Mitarbeitenden von Hilfsprogrammen müssen sich damit befassen, wie sie eine Ausbreitung und Ansteckungen mit dem Virus vermeiden.
Radio Vatikan berichtete, dass die Gottesdienstbesucher in Liberia einander zum Friedensgruss nicht mehr die Hand reichen. Überall gibt es Wasserbehälter, um die Hände zu waschen und zu desinfizieren. So könne die Verbreitung des Virus verhindert werden. «Simple Aufklärung kann Leben retten», erklärte die Missionarin Annarita Brustia nach ihrer Rückkehr aus Liberia.
Hysterie vermeiden
Auf Prävention und Aufklärung setzt auch das evangelische Missionswerk Mission 21, das Projekte in Nigeria und in der Demokratischen Republik Kongo betreibt. Mit ansteckenden Infektionskrankheiten hat Mission 21 Erfahrung. Im Kongo und in Nigeria führt sie ein Projekt zur HIV/Aids-Aufklärung. Ausserdem erlebte der Kongo schon vor dem jüngsten Ausbruch der Seuche Ebola-Epidemien. Zurzeit ist es in beiden Ländern ruhig. Nigeria blieb mit zwanzig Ebola-Patienten von der grossen Epidemie verschont. Auch im Kongo weiss Jochen Kirsch, Abteilungsleiter Internationale Beziehungen bei Mission 21, von keinen Krankheitsfällen in der Region, in der Mission 21 präsent ist. «Wir nehmen die Ängste der Bevölkerung aber ernst und wollen eine Hysterie vermeiden», sagt Kirsch.
Die Ärzte und Schwestern, die im Kongo für den Gesundheitsdienst von Mission 21 arbeiten, klären die Einheimischen darüber auf, wie Ansteckungen vermieden werden können. Sie empfehlen Hygienemassnahmen wie Händewaschen und raten, auf traditionelle Beerdigungsriten zu verzichten, bei denen die Angehörigen die Verstorbenen berühren.
«Die Menschen, die dort leben, kennen die Mitarbeiter der Partnerkirchen seit langem und vertrauen ihnen. Die Chance, dass Prävention und Aufklärung greifen, ist darum gross», betont Jochen Kirsch.
Zum Bild: Rose (18) war die erste Ebola-Patientin, die im April geheilt ein Behandlungszentrum in Guinea verlassen durfte. | epd-Bild
Karin Müller
«Simple Aufklärung kann Leben retten»