Baselland, Basel-Stadt, Luzern, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Uri, Zug
Ökumenische Notfallseelsorge Kanton Luzern

So viele Einsätze wie noch nie

von pd/nin
min
04.03.2026
Die ökumenische Notfallseelsorge im Kanton Luzern verzeichnete 2025 die höchste Einsatzzahl der vergangenen Jahre: Bei 117 Ereignissen leisteten die Teams psychologische und seelsorgerliche Unterstützung.

Die Notfallseelsorgenden und Care Givers des Kantons Luzern waren 2025 häufiger im Einsatz als in den Vorjahren, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der Kirchen des Kantons Luzern. Bei 117 Ereignissen leisteten sie psychologische und seelsorgerliche Unterstützung, gegenüber 97 im Vorjahr, Die geleisteten Stunden blieben mit 985 ähnlich hoch wie im Vorjahr. «Im Vergleich der letzten Jahre ist dies die mit Abstand höchste Zahl», sagt Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter der ökumenischen Notfallseelsorge.

Die Teams werden täglich auf Pikett gehalten und vom Rettungsdienst 144, der Polizei oder der Feuerwehr aufgeboten. Sie sind bei Suizid, ausserordentlichen Todesfällen oder schweren Verkehrsunfällen im Einsatz und begleiten Angehörige, Beteiligte und Zeugen, auch beim Überbringen von Todesnachrichten. «Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg. Unsere Aufgabe ist es, Ereignisse, Gefühle und Handlungen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden», erklärt Beeler-Longobardi. In der Regel sind die Einsatzkräfte innerhalb von 45 Minuten am Einsatzort.

Am häufigsten wurden die Teams bei ausserordentlichen Todesfällen gerufen, etwa bei plötzlichem Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zuhause. Die Zahl solcher Ereignisse stieg auf 37 (Vorjahr 35). Deutlich zugenommen haben auch die Einsätze bei suizidalen Ereignissen: 29 waren es 2025, nach 23 im Vorjahr.

Neue Co-Leiterin

Seit Anfang 2026 verstärkt Franziska Tschupp die Leitung des Teams als Co-Leiterin in einem 25-Prozent-Pensum. Sie teilt die Führung künftig mit Beeler-Longobardi. Gemeinsam decken sie ein Pensum von 40 Prozent ab.

Trägerin des Angebots sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern. Rund 40 Care Givers und Notfallseelsorgende gehören dem Team an.

Unsere Empfehlungen

Kirchen warnen vor «Spirale der Gewalt» im Nahen Osten

Angesichts der militärischen Eskalation im Nahen Osten haben internationale Kirchenvertreter zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Papst Leo forderte eine Rückkehr zur Diplomatie, der Weltkirchenrat ein Ende der Kampfhandlungen. EKS-Präsidentin Rita Famos appellierte für Besonnenheit und Diplomatie.
Der Mann mit der Kamera

Der Mann mit der Kamera

Die Kamera wurde ihm in die Wiege gelegt, das Talent fürs Fotografieren auch. Mehr als eine halbe Million Bilder hat Emanuel Ammon aufgenommen – auf der ganzen Welt. Und noch immer sitzt er täglich im Atelier und ordnet, sichtet, archiviert. 
Nachhaltige Entwicklung als kirchlicher Auftrag

Nachhaltige Entwicklung als kirchlicher Auftrag

Nachhaltige Entwicklung ist für die Reformierte Kirchgemeinde Luzern kein Trendthema, sondern Teil ihres Auftrags. Pfarrer Peter Willi erklärt, warum Glaubwürdigkeit, Gerechtigkeit und Verantwortung für kommende Generationen untrennbar zusammengehören. 
Zwischen Zweifel und Vertrauen

Zwischen Zweifel und Vertrauen

Glaube ist für Ulf Becker kein Besitz, sondern ein Weg. Als Pfarrer und Synodalrat für Theologie sucht er nicht nach fertigen Antworten, sondern nach Worten, die tragen – im Alltag der Menschen und in einer Kirche im Wandel.