23 Millionen Franken Nutzen: Kirche zeigt Wirkung
Im hohen Norden des Kantons Solothurn, in Flüh, nahe der französischen Grenze, tagte die 197. Synode in der Heiliggeistkirche. Michael Schoger, Präsident der Synode, und Synodalratspräsidentin Evelyn Borer begrüssten 30 Stimmberechtigte und mehrere Gäste.
Alle Geschäfte wurden einstimmig verabschiedet – namentlich auch die Finanzen: Die Rechnung 2025 des Finanzausgleichs schliesst mit einem Aufwandüberschuss von rund 46‘000 Franken ab. Die Erfolgsrechnung der Synode weist einen Ertragsüberschuss von rund 19‘500 Franken aus.
«Die Ausgaben beim heilpädagogischen Unterricht und der Notfallseelsorge fielen etwas geringer aus und die Bausubventionen waren etwas höher als budgetiert», bilanzierte Evelyn Borer. «Überbrückungshilfe wurde unter anderem für Mission 21 geleistet.»
«Kirche muss sichtbar sein»
Der 72-seitige Jahresbericht 2025 bietet Einblick in das breitgefächerte Wirken der Solothurner Reformierten. «Kirche soll und muss sichtbar sein. Wenn wir nicht wahrgenommen werden, können wir unsere Arbeit nicht richtig machen», sagt Evelyn Borer. «Glauben kann man nicht allein, das geht auch aus dem Jahresbericht hervor.»
Aus 10 Millionen werden deren 23
«Unsere Stärke ist die Freiwilligenarbeit», erläuterte SIKO-Präsident Ruedi Köhli in seinem Grusswort. Er wies darauf hin, dass die drei Solothurner Landeskirchen und ihre Kirchgemeinden jährlich gesamtgesellschaftliche Leistungen im Wert von über 23 Millionen Franken erbringen; die 10 Millionen aus dem Finanzausgleich sind gut investiert. «Wenn ich schaue, was tagtäglich in unseren Kirchgemeindehäusern für Anlässe laufen, kommt man auf diese Zahlen.» Diese Bilanz geht aus zwei unabhängigen Studien des Instituts «Ecoplan» hervor.
Sichtbar machen, was Kirche leistet
«Der Leistungsausweis ist eine sehr eindrückliche Bilanz», analysierte auch Barbara Polak von der katholischen Synode. «Das Wirken der Kirche ist etwas bedroht durch die Entwicklungen, die wir seit vielen Jahrzehnten haben kommen sehen, und was Bischof Felix sehr umtreibt.»
Es geht darum, die katholische Kirche im Kanton Solothurn effizienter aufzustellen. «Tamilische und eritreische Gläubige füllen die Kirche, sie sind lebendig und wachsen. Die römisch-katholische Kirche erhält sich im Wesentlichen durch die Gläubigen, die zugewandert sind.»
Bevölkerungsspyramide im Auge behalten
Synodalrat Werner Berger beleuchtet die Alterspyramide der Reformierten in verschiedenen Kantonen; darunter natürlich auch insbesondere jene der Solothurner Gemeinden. «Wir verzeichnen einen kontinuierlichen Rückgang, der in den letzten Jahren bei rund drei Prozent liegt. Das entspricht den Schnitten, wie sie in Zürich, Bern, Aargau zu beobachten sind.»
Wenn dies in den nächsten zehn Jahren so weitergeht, werden nach einer Dekade 25 Prozent weniger Mitglieder gezählt. Die Altersstatistik in der Pyramide der Mitglieder, wie auch der Einwohnerzahl generell, zeigt, dass viele Babyboomer-Jahrgänge einen grossen Punkt ausmachen. «Viele werden bald pensioniert. Das heisst, dass es tiefere Löhne gibt und die Steuererträge sinken. Oder dass sie den Pensionskassenbezug auf einmal machen und vorher austreten, weil dies bei einem einmaligen Bezug mehrere tausend Franken ausmachen kann.»
Ein weiterer Punkt liegt darin, dass nur noch halb so viele Kinder wie vor zehn Jahren gezählt werden. In der Jugendarbeit müsse überlegt werden, wie man die Kinder erreicht. «Vielleicht muss die Jugendarbeit so aufgestellt werden, dass sie über den eigenen Bestand heraus eine Wirkung hat. Es ist auch ein Missionsauftrag.»
Die Zahlen mahnen zur Aufmerksamkeit, doch sie zeigen auch Potenzial. Gerade in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie der Migration sehen die Reformierten wichtige Zukunftschancen.
23 Millionen Franken Nutzen: Kirche zeigt Wirkung