Aus Dankbarkeit wächst Verantwortung

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wird am dritten Sonntag im September in christlichen Kirchen und der Israelitischen Kultusgemeinde gefeiert, dieses Jahr am 20. September. Er hat Öffentlichkeitscharakter und stellt immer einen Bezug zur gesellschaftlichen und politischen Aktualität her.
In den letzten Monaten hat etwas die Menschen in der Schweiz und weiten Teilen Europas besonders geprägt: die lange Periode mit extremer Hitze und grosser Trockenheit. Die zunehmende Belastung für Mensch, Tier und Natur lässt uns spüren, wie verletzlich unsere Lebensgrundlagen sind.
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag fordert uns auf, innezuhalten, nachzudenken und unser Handeln zu hinterfragen. Dankbarkeit spielt eine wichtige Rolle. Wir sind dankbar für das, was wir haben und als normal erachten: sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Wälder, Seen und eine blühende, artenreiche Natur. Aber daraus erwächst auch eine Verantwortung. Wir müssen uns fragen: Was tun wir als Einzelpersonen und als Gesellschaft, um den kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen? Und ist es genug? Dieser Sommer hat uns einmal mehr vor Augen geführt, dass die Antwort auf diese Frage «Nein» lautet.
Das ist kein Grund, zu resignieren und die Hoffnung zu verlieren. Denn der Dank-, Buss- und Bettag erinnert uns auch daran, dass Veränderungen möglich sind. Ereignisse wie die extreme Hitzeperiode in diesem Sommer zeigen die Dringlichkeit einer Veränderung in einer unmissverständlichen Klarheit auf. So kann aus negativen Ereignissen Gutes entstehen. «Selbst in den schwierigsten Momenten gibt es Chancen», so Wangari Muta Maathai, Frauenrechtlerin, Umweltwissenschafterin und erste weibliche afrikanische Friedensnobelpreisträgerin.
Angesichts der zahlreichen Diskussionen zum Thema Hitze und Umweltschutz scheinen auch die letzten Monate eine Art kollektiver Weckruf gewesen zu sein. Klar ist aber auch, dass nicht die Diskussionen, sondern das Handeln entscheidend sein werden. Oder wie es Wangari Muta Maathai ausgedrückt hat: «Bis man nicht ein Loch gegraben, einen Baum gepflanzt, ihn gewässert und wachsen lassen hat, hat man nichts geleistet – man redet nur.»
Aus Dankbarkeit wächst Verantwortung