Der Hadsch beginnt
Die grosse muslimische Pilgerreise Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Für jede Muslimin und jeden Muslim gehört es zur religiösen Pflicht, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern – sofern es finanziell und körperlich möglich ist. Wer die Voraussetzungen für die mehrtägige, strapaziöse Reise nicht mitbringt, gilt theologisch von der Pilgerreise als befreit. In Saudi-Arabien können ab Mai Temperaturen deutlich über 40 Grad betragen. Für viele Menschen kann das Pilgern dann lebensgefährlich werden.
Der Hadsch findet einmal im Jahr im letzten Monat des islamischen Mondkalenders statt. In diesem Jahr fällt er auf die Zeit vom 24. bis 29. Mai. Aufgrund der beständig wachsenden Zahl vor allem ausländischer Pilger hat Saudi-Arabien ihre Zahl je Land begrenzt. Es finden strenge Zugangskontrollen statt. Nur wer eine offizielle Erlaubnis der saudi-arabischen Behörden vorweisen kann, darf Mekka und die umliegenden heiligen Stätten betreten.
Hadsch folgt strengem Ritus
Während des Hadsch kleiden sich männliche Pilger in zwei weisse, ungesäumte Tücher, Frauen müssen den Schleier ablegen. Im Anschluss laufen die Pilger in einem mehrtägigen Ritus verschiedene Orte ab, beten und suchen spirituelle Erfahrungen. Zunächst umrunden sie sieben Mal gegen den Uhrzeigersinn die Kaaba, ein würfelförmiges Gebäude im Innenhof der Heiligen Moschee von Mekka, das als «Haus Gottes» verehrt wird.
Anschliessend gehen die Pilger sieben Mal den Weg zwischen den Hügeln Safa und Marwa und trinken vom Brunnen Zamzan. Mit dem Ritual wollen sie der Gotteserfahrung Hagars nahe kommen, der Nebenfrau Abrahams, der sich mit ihrem Sohn Ismael in der Wüste die rettende Quelle Zamzan auftat.
Zu den Stationen gehört auch der Besuch des «Gnadenhügels» am Berg Arafat rund 25 Kilometer von Mekka entfernt. Hier beten die Pilger nach dem Vorbild des islamischen Propheten Mohammed von Mittag bis Sonnenuntergang, lesen den Koran und tun Busse.
Mekka ist der Geburtsort Mohammeds
Nach der Übernachtung in Muzdalifa findet in Mina die symbolische Steinigung des Teufels statt. Mit Opfergaben erinnern die Muslime an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Gott zu opfern. Das Opferfest gilt als offizielles Ende der Pilgerfahrt. Es ist das höchste Fest im Islam.
Mekka gilt als Geburtsort des Propheten Mohammed, der dort im Jahr 570 nach Christus zur Welt kam. Mohammeds Lehren und Offenbarungen bilden die Grundlage des islamischen Glaubens.
Neben dem grossen, auf ein Datum festgelegten Hadsch können Muslime rund um das Jahr die kleine Pilgerfahrt Umra nach Mekka antreten. Übrigens: Das öffentliche Glaubensbekenntnis, das tägliche Gebet, das Fasten im Monat Ramadan und die Unterstützung von Bedürftigen sind die vier übrigen Säulen der Weltreligion mit weltweit schätzungsweise zwei Milliarden Gläubigen.
Der Hadsch beginnt