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Kommentar

Ein Jahr lang beten

von Adriana Di Cesare
min
21.02.2023
Vor einem Jahr brach der Krieg in der Ukraine aus, und ein Ende ist nicht abzusehen. Ein Kommentar von Adriana Di Cesare.
Adriana Di Cesare, Redaktorin Kirchenbote Schaffhausen
Adriana Di Cesare, Redaktorin Kirchenbote Schaffhausen

Es gibt nichts Schlimmeres als Krieg. Auf f√ľnf von sieben Kontinenten w√ľten seit Jahren bewaffnete Konflikte, die √§hrlich Hunderttausende von Toten fordern. Vor einem Jahr brach der Krieg in der Ukraine aus, und ein Ende ist nicht abzusehen.

In den kriegsverschonten L√§ndern schauen wir mit Entsetzen auf das Weltgeschehen. In den Nachrichten sehen wir Bilder von zerbombten St√§dten und von Menschen auf der Flucht. Das viele Leid l√∂st Ohnmachtsgef√ľhle in uns aus. Und das Bed√ľrfnis nach unbeschwerten Bildern.


F√ľr uns bedeutet ein Jahr Krieg auch t√§gliche Bericht¬≠erstattung auf allen Kan√§len. Manchen wird das zu viel. Sie verzichten auf die ¬ęTagesschau¬Ľ und lesen keine Zeitungen mehr. Sie schauen weg, um ihrem Alltag nach¬≠gehen zu k√∂nnen. Das ist in gewisser Weise normal. Wir alle gestalten unseren Alltag weiter, auch wenn sich im Nachbarhaus eine Trag√∂die ereignet.


Wichtig bleibt die innere Anteilnahme. Das Bewusstsein, dass wir alle durch unser Menschsein verbunden sind. Das Herz, das hinsieht, hofft und leidet mit. Wir beten seit einem Jahr trotz anhaltendem Krieg f√ľr den Frieden. Das birgt eine grosse Kraft.

Die interreligi√∂sen Friedensgebete f√ľhren Menschen zusammen, die hinschauen und ein Zeichen der Hoffnung setzen, das die Welt dringend braucht.

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