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Koordinationsstelle Religionsunterricht

Eine für alle: Neue Stelle soll Katechetinnen entlasten

von Noemi Harnickell
min
27.08.2026
Die Fachstelle Religionspädagogik hat mit Mireille Membrini eine neue Mitarbeiterin. Sie soll helfen, die Organisation von Stellvertretungen im Kanton zu vereinfachen und Ausfälle beim Religionsunterricht zu vermeiden.

Religionsunterricht  Mit dem neuen Schuljahr startet in Baselland auch ein neues Pilotprojekt: Mireille Membrini wurde Anfang August als religionspädagogische Mitarbeiterin der Fachstelle Religionspädagogik der Reformierten Kirche Baselland angestellt. Stellvertretungen bei ­Religionslehrpersonen sollen einfacher und zuverlässiger organisiert werden. Zugleich soll Membrini Kirchgemeinden und Religionslehrpersonen in den laufenden Prozessen mit ausgearbeiteten Konzepten für neue Unterrichts­formen unterstützen.

Der Bedarf ist gross: In vielen Kirchgemeinden fehlen die Religionslehrpersonen, wodurch der Druck auf die derzeit arbeitenden Katechetinnen und Katecheten wächst. Wie der «Kirchenbote» berichtete, sind viele von ihnen in mehreren Schulhäusern in verschiedenen Gemeinden angestellt und werden bei Ausfällen für zusätz­liche Arbeitseinsätze angefragt. Mireille Mem­brinis Stelle, die vorerst auf zwei Jahre befristet ist, soll als Entlastungsangebot dienen, Komplikationen abfedern und Ressourcen freistellen.

Ein zentraler Stellvertretungsdienst

Mireille Membrini war in der Privatwirtschaft im Produktmanagement tätig, ehe sie 2012 bis 2015 die Ausbildung zur Katechetin bei OekModula absolvierte. Sie unterrichtete in den letzten zehn Jahren Klassen jeder Altersstufe und war zuletzt in Münchenstein in einem grossen Pensum als Religionslehrerin bei der Römisch-Katholischen Kirche angestellt. «Für die Schulen ist der Katechetinnen- und Katechetenmangel ein grosses Thema», sagt sie. «Schulleitungen mögen es gar nicht, wenn Reli-Stunden ausfallen.»

Membrini soll nicht nur selbst Stellvertretungen übernehmen, sondern auch eine Liste der verfügbaren Religionslehrpersonen anlegen und so einen zentralen Stellvertretungsdienst aufgleisen. Ist eine Stellvertretung nötig, können sich Religionslehrpersonen und Kirchenpflegen in Zukunft über die Website des Religionspädagogischen Zentrums oder telefonisch bei Membrini melden, die alles Weitere in die Wege leiten wird.

Kooperation mit Klassenlehrpersonen

Die Fachstelle Religionspädagogik ist intensiv daran, neue Konzepte für den Religionsunterricht in die Umsetzung zu bringen. Diese sollen das inhaltliche Profil stärken, organisatorische Probleme für die Schulhäuser minimieren und Kosten für die Kirchgemeinden reduzieren. Die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen und das Abstimmen mit anderen Schulfächern spielt dabei eine wichtige Rolle. So könnte der Reli­gionsunterricht projektweise etwa mit dem Fach Natur, Mensch, Gesellschaft kooperieren.

Vielmehr geht es Membrini darum, Verständnis zwischen den Religionen zu schaffen. Gerade in durchmischten Klassen ist das eine wichtige Aufgabe. «Die meisten Kinder wissen zum Beispiel nicht, dass Jesus im Koran auch vorkommt», sagt sie. «Man kann ihnen zeigen, dass auch unterschiedliche Religionen Gemeinsamkeiten haben.» In Münchenstein habe sie Vertreter anderer Religionen eingeladen. «Für Kinder ist es spannend, wenn jemand diesen Glauben wirklich lebt und ihre Fragen beantworten kann.»

Unterrichtsmodule für Kirchgemeinden

Mireille Membrini hat in Münchenstein erlebt, dass der Religionsunterricht aus Ressourcenmangel gekürzt wurde, und hat mitgeholfen, ein zukunftsfähigeres Unterrichtsmodell auf den Weg zu bringen: Religionshalbtage, die darauf beruhen, dass sich der Lehrplan des kantonalen Religionsunterrichts mit dem Lehrplan 21 in einigen Bereichen überschneidet. «Wir wollen Module und Bausteine erarbeiten, die von den Kirchgemeinden übernommen werden können», erklärt sie.

Die Versuchung sei in den einzelnen Kirchgemeinden gross, das eigene Angebot trotz schwindender Ressourcen möglichst lang ohne Änderungen aufrechtzuerhalten. «Aber dann tragen immer weniger Schultern immer mehr Last», so Stefan Berg, Leiter der Fachstelle Religionspädagogik. «Es ist wichtig, die jetzt noch verfügbaren Ressourcen bewusst einzusetzen, um strategische Prozesse auf dem Feld religiöser Bildung anzugehen.» Mireille Membrinis neue Vollzeitanstellung ist ein wichtiger Baustein dafür.

 

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