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Kirchenräume

Herbert Haag Stiftung ehrt Johannes Stückelberger

von pd/nin
min
25.09.2026
Die Herbert Haag Stiftung ehrt den Schweizer Kunsthistoriker Johannes Stückelberger für sein Lebenswerk. Er setzt sich seit Jahren für offene Kirchenräume ein.

Die Herbert Haag Stiftung zeichnet den Schweizer Kunsthistoriker Johannes Stückelberger für sein Lebenswerk aus und ehrt zudem die Luzerner Pfarrei MaiHof sowie drei Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, die sich für offene Kirchenräume einsetzen.

Die Herbert Haag Stiftung vergibt ihren Preis 2027 unter dem Leitmotiv «Kirchenbauten als Orte des gesellschaftlichen Zusammenhalts». Gemäss ihrer Medienmitteilung würdigt sie Personen und Projekte, die Kirchen durch erweiterte Nutzung oder Umnutzung vor Verfall, Abriss und Verkauf bewahren. In der Schweiz stehen laut Stiftung rund 10'000 Kirchengebäude, in Deutschland schätzungsweise 45'000.

Johannes Stückelberger lehrte Religions- und Kirchenästhetik an der Universität Bern und ist emeritierter Titularprofessor für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Basel. Er begründete den Schweizer Kirchenbautag und betreut die nationale Datenbank «Kirchenumnutzungen in der Schweiz». Für die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn verfasste er einen Leitfaden, der Kirchgemeinden bei der erweiterten Nutzung ihrer Gebäude unterstützt.

Stückelberger plädiert dafür, Kirchen als «kulturelle Ankerpunkte» im Besitz der Kirchgemeinden zu belassen, statt sie voreilig zu verkaufen, so die Medienmitteilung weiter. Statt den Verlust des Kirchlichen zu beklagen, solle man prüfen, ob sich eine am Gemeinwesen orientierte Nutzung aus dem Selbstverständnis der Kirchen begründen lasse und damit vereinbar sei, schreibt Stückelberger. Diese Sicht leitet laut Stiftung die Preisvergabe.

Ein weiterer Preis geht an die MaiHof Pfarrei St. Josef in Luzern. Sie versteht sich unter dem Motto «Kirche im Quartier – Räume für Menschen» als Quartierzentrum für alle, unabhängig von Religion oder Konfession. Nach einem Umbau des Kirchenraums finden dort neben Gottesdiensten auch Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, Musikproben, Prüfungen und Familienfeiern statt. Die Pfarrei bietet zudem Mittagstische, Jugendförderung und Unterstützung für Geflüchtete an.

Ausgezeichnet werden zudem Karin Berkemann, Stefanie Lieb und Barbara Welzel, die an Hochschulen in Deutschland lehren. Sie waren massgeblich am Manifest «Kirchen sind Gemeingüter!» beteiligt, das 2024 erschien. Es fordert, Kirchengebäude nicht stillschweigend zu privatisieren oder abzureissen, und bezeichnet ihren Erhalt als Aufgabe der ganzen Gesellschaft.

Die Stiftung verleiht die Preise am Sonntag, 14. März 2027, um 15.30 Uhr in der Lukaskirche in Luzern. Jede Preisträgerin und jeder Preisträger erhält 10'000 Franken. Der Theologe Herbert Haag gründete die Stiftung 1985.

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