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«Heiliger Schein»

Luzerner Musicalfilm nimmt Empörungskultur in sozialen Medien aufs Korn

von pd/nin
min
12.11.2025
Wie verzerren soziale Medien unser Bild von der Welt? Dieser Frage geht der Musicalfilm «Heiliger Schein» nach, der letzten Winter in Luzern gedreht wurde. Im Dezember gibt es in der ganzen Zentralschweiz Gelegenheiten, den fertigen Film zu schauen.

Ein Foto, ein viraler Skandal, ein abgesagtes Krippenspiel – und die Kinder verstehen die Welt der Erwachsenen nicht mehr. Der 40-minütige Film untersucht auf humorvoll-kritische Weise, wie schnell in der heutigen Medienlandschaft Dinge verdreht werden, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Bilder werden aus dem Kontext gerissen und sofort urteilen tausende Menschen über Geschichten, von denen sie eigentlich gar nichts wissen.
Hinter dem Projekt stehen die Luzerner Künstler Lorenz Ulrich (MachArt Musicals), Daniel Korber (unter anderem VERONA 3000 oder Sturzballett) und Filmer Christian Felber.

Zusammen haben sie ein vielfältiges Ensemble mobilisiert: Die Musicaldarsteller Lea Oxley und Rolf Sommer verkörpern die erwachsenen Hauptrollen, der Adligenswiler Opernsänger Alfred Muff spielt den «Generalvikar Stocker» und Luzerns ehemaliger Stadtpräsident Urs W. Studer gibt in einer wichtigen Nebenrolle sein Leinwanddebüt. Die eigentlichen Stars sind aber die 16 Kinder, die im Zentrum der Geschichte stehen.

«Heiliger Schein betrachtet den Wahnsinn unserer Zeit aus der Perspektive von Kindern», erklärt Autor und Regisseur Daniel Korber. Über 70 Kinder hätten sich auf den Aufruf hin gemeldet, von denen 16 ausgewählt wurden. Diese seien aktiv in die Entwicklung des Drehbuchs involviert gewesen.

Mit Ausnahme einiger bekannter Weihnachtsmelodien wurde die gesamte Musik speziell für den Film kreiert. Das Kernstück bilden vier Songs, die im Sommer vom 100-köpfigen Bratislava Symphony Orchestra eingespielt wurden. Gedreht wurde unter anderem in der Luzerner Hofkirche, dem Verkehrshaus, der Burg Thorenberg in Littau und der Mall of Switzerland.

«In öffentlichen Debatten sind es oft die polemischen Stimmen, die man am lautesten hört», so Regisseur Korber. Man wolle mit viel Herz und Humor darstellen, dass die Menschen eigentlich viel mehr verbinde, als es oft den Anschein mache. Nebst den öffentlichen Vorführungen an Kulturorten integrieren auch etliche Kirchgemeinden sowie Schulhäuser und Gymnasien «Heiliger Schein» in ihr Adventsprogramm – über 2000 Kinder und Jugendliche werden sich mit dem Film auseinandersetzen.

Alle Informationen unter www.heiligerschein.ch

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