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Match für die Liebe

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07.06.2022
Beim Speed-Dating im Schaffhauser Münster kam es zu unerwarteten Treffen, und Amor hat seine Pfeile gespitzt.

65 Singles im Alter zwischen 20 und 84 Jahren haben sich im M├╝nster zum ersten Speed-Dating in Schaffhausen getroffen. ┬źWir waren ├╝berrascht ├╝ber die grosse Nachfrage┬╗, sagt Nicole Russenberger, Co-Pr├Ąsidentin des Schaffhauser Diakoniekonvents, der den Anlass organisiert hat.

Erfunden hat das Speed-Dating der j├╝dische Rabbi Yaacov Devo im Jahr 1998 in Los Angeles. W├Ąhrend eines Speed-Datings macht jeder weibliche Single mit jedem m├Ąnnlichen Single Bekanntschaft. In einer eng bemessenen Zeit haben sie Gelegenheit, einander durch Fragen und Antworten ein wenig kennen zu lernen. Gleichzeitig notieren sie auf Merkzetteln, wen sie gerne wiedersehen m├Âchten. Nach Ablauf der Zeit ert├Ânt ein Signal zum Partnerwechsel. Am Ende werten die Veranstalter die Merkzettel aus. Kommt es zu einer ├ťbereinstimmung, erhalten die betreffenden Personen die Kontaktdaten des ┬źMatchpartners┬╗.

Erwartungsfrohe Aufregung
Das Speed-Dating in der Stadtkirche war ein Novum in Schaffhausen: ┬źWir wollten den Kirchenraum f├╝r die Liebe nutzen, denn es ist eine urkirchliche Aufgabe, Menschen in ihren Lebens├╝berg├Ąngen zu begleiten. Dazu geh├Ârt auch, ihnen einen Weg zu bereiten, um sich kennen zu lernen. Zudem verf├╝gt das M├╝nster ├╝ber eine einzigartige Atmosph├Ąre┬╗, so Russenberger.

Blumen, Kerzenlicht und diskrete Hintergrundmusik schufen Romantik, als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eintrafen. ┬źIch bin ein wenig nerv├Âs, aber auch sehr neugierig┬╗, bekannte ein Mann, der in der Kirchenbank nach seinem Namensschild suchte. Alle M├Ąnner hatten einen zugewiesenen Sitzplatz in den Mittelb├Ąnken der Kirche, w├Ąhrend die Frauen an den Seiten Platz nahmen. Beim Ablauf des Speed-Datings setzten sich die Frauen wechselnd f├╝r eine kurze Begegnung zu den M├Ąnnern. Dabei waren die Frauen deutlich in der ├ťberzahl. Und auch die Altersspanne war gross, sodass es zu unterschiedlichsten Zusammentreffen kam: ┬źWir konnten nicht allen die ideale Entsprechung bieten, daf├╝r aber die Chance auf Begegnungen. Wir haben gehofft, dass die Leute auch f├╝r freundschaftliche Kontakte offen sind┬╗, sagt Nicole Russenberger.

Die Gespr├Ąche verliefen sichtlich angeregt. Und es trafen unerwartete Ereignisse ein. ┬źZwei Freundinnen haben sich nach langer Zeit hier wiedergetroffen. Sie waren so gl├╝cklich dar├╝ber, dass sie sich den ganzen Abend ├╝ber zu zweit unterhalten haben und die M├Ąnner links liegen liessen┬╗, erz├Ąhlt Nicole Russenberger. Nach dem Dating gab es im hinteren Teil der Kirche einen Ap├ęro, bei dem die Gespr├Ąche ungezwungen fortgesetzt werden konnten.

Keine Ber├╝hrungs├Ąngste
┬źMir hat dieser Abend neue Eindr├╝cke gebracht, daf├╝r bin ich dankbar. Vielleicht entsteht daraus die eine oder andere Freundschaft┬╗, sagte ein ├Ąlterer Teilnehmer am Schluss der Veranstaltung. ┬źMich hat auch interessiert, was die Jungen denken, wie es ihnen ergeht mit der Partnersuche. Das waren spannende Gespr├Ąche, die ich hier f├╝hren konnte┬╗, meinte eine ├Ąltere Dame. Und eine junge Frau bemerkte: ┬źIch finde es toll, dass die Kirche so einen Anlass durchf├╝hrt. Als Single f├╝hle ich mich von kirchlichen Angeboten sonst oft nicht angesprochen.┬╗ Eine weitere Teilnehmerin hat das M├╝nster auf sich wirken lassen: ┬źDiese Umgebung ist etwas Besonderes, ich nehme die Kraft dieses Ortes heute besonders stark wahr.┬╗

F├╝r die Organisatorinnen gibt die Veranstaltung guten Grund, weiterzudenken: ┬źEs ist deutlich geworden, dass das Bed├╝rfnis nach Kontakt quer durch die Altersgruppen gross ist. Wir werden sicher weitere Anl├Ąsse dieser Art anbieten. Vielleicht mit einem offenen Treff f├╝r alle, die neue Bekanntschaften schliessen wollen.┬╗

Und was ist mit der grossen Liebe? Ist sie an diesem Speed-Dating-Abend etwa zu kurz gekommen? Russenberger entwarnt: ┬źWir haben bei der Auswertung einige Matches festgestellt und freuen uns, die Kontaktdaten zwischen den Betreffenden auszutauschen. Wer weiss, vielleicht ist Amors Pfeil ja bereits unterwegs.┬╗

Adriana Di Cesare, kirchenbote-online

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