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Mit Steuern und Corona zum Rekord

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06.07.2021
Die Synode der Evangelischen Landeskirche Thurgau tagte am Montag, 5. Juli 2021 in der Festhalle Rüegerholz in Frauenfeld. Sie genehmigte die Rechnung 2020 mit einen Rekordüberschuss, diskutierte den Jahresbericht, befasste sich mit der Revision der Besoldungsverordnung und vervollständigte das Synodebüro.

Nach der Neubesetzung des Kirchenratspr√§sidiums¬†behandelte die Synode die Rechnung 2020. Diese schliesst bei einem Aufwand von 6.034 Millionen Franken und einem Ertrag von 6.656 Millionen Franken mit einem Rekord√ľberschuss von 620'000 Franken ab. Budgetiert war ein Ertrags√ľberschuss von knapp 35'000 Franken. Der deutlich bessere Abschluss ist auf h√∂here Steuereing√§nge zur√ľckzuf√ľhren und auf Minderausgaben wegen coronabedingter Absagen von Veranstaltungen. Auswirkungen, die auch andere √∂ffentlich-rechtlichen K√∂rperschaften kennen.

Wie vom Kirchenrat vorgeschlagen, stimmte die Synode zu, 494'895 Franken vom √úberschuss dem Eigenkapital zuzuweisen und 125'000 Franken in den Erneuerungsfonds Bernerhaus einzulegen. Abgelehnt wurde ein Antrag von Diakon Hanspeter Rissi aus Kreuzlingen, der im Namen der Kreuzlinger Vorsynode sprach. Diese w√ľnschte, dass vom Rechnungs√ľberschuss je 30'000 Franken an die Telefonseelsorge und an HEKS Auslands-Hilfsprojekte gehen, die durch Corona in besonders hohem Mass gefordert sind. Die Gesch√§ftspr√ľfungskommission der Synode erachtet gerade jetzt eine gute Eigenkapitalbasis als wichtig. Wegen der Pandemiefolgen sei die k√ľnftige Entwicklung der Steuereinnahmen ungewiss und zus√§tzliche ausserordentliche Aufgaben k√∂nnten auf die Landeskirche zukommen.

Die Masken vermisst
Den Jahresbericht 2020, in dem der Kirchenrat Rechenschaft √ľber seine T√§tigkeit im vergangenen Jahr ablegt, hat die Synode diskutiert und mit Applaus quittiert. Erstmals pr√§sentiert sich der Jahresbericht mit dem neuen Erscheinungsbild ¬ęKreuz im Licht¬Ľ der Evangelischen Landeskirche. Pfarrer Arno St√∂ckle, Mammern, vermisste jedoch die ad√§quate Abbildung der Corona-Situation: ¬ęUm unseren Herausforderungen im Corona-Jahr gerecht zu werden, h√§tte ich mir mehr Bilder von Menschen mit Maske gew√ľnscht.¬Ľ

Synodeb√ľro ist wieder komplett
Mit der Ersatzwahl in vier Gemeinden sind nun alle 120 Synodesitze wieder besetzt, gab der Kirchenrat bekannt. Auch der vakante Sitz als Stimmenz√§hler im Synodeb√ľro ist wieder besetzt. In geheimer Wahl w√§hlte die Synode Heinz Lanz aus Kreuzlingen mit 59 Stimmen. Auf seinen Herausforderer Markus Hemmerle aus Bischofszell entfielen 49 Stimmen.

Berufserfahrung und Diakonatsverständnis
Angenommen hat die Synode die Teilrevision der Rechtspflegeverordnung, die im Nachvollzug an das kantonale Recht, auch f√ľr die Landeskirche die Anpassung der Rechtsmittelfristen von 20 auf 30 Tage festsetzt. Sie genehmigte eine Vereinbarung mit der Katholischen Landeskirche im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Lehrplan Religionsunterricht √ľber Kostenverteilung und Weiterentwicklung des Lehrplans.

Die Revision der Besoldungsverordnung wurde mit Anpassungen einstimmig angenommen. Neu wird beim Lohnanstieg von Pfarrpersonen und Ordinierten im Diakonat unterschieden zwischen der beruflichen Erfahrung in den ersten zehn Jahren und in den weiteren Berufsjahren. Die Synode folgte dem Antrag von Pfarrerin Sabine Aschmann, Schlatt, die Ersteinstufung von Quereinsteigenden verbindlicher zu formulieren, ebenso dem Antrag der GPK, der Kirchenrat m√∂ge die Wegleitung separat erlassen, nicht als Bestandteil der Verordnung. Teile der Anstellungsrichtlinien f√ľr sozial-diakonisch T√§tige wurden zur√ľckgewiesen und werden im Herbst neu beraten. Die Diskussion entz√ľndete sich am Status und der T√§tigkeit von Ordinierten und nicht Ordinierten im diakonischen Dienstbereich.

Gesprächsynode in Amriswil
Die im Vorjahr verschobene Gesprächssynode wird am 23. August 2021 im Pentorama in Amriswil stattfinden. Nicht als Onlinetagung wie geplant, sondern live, sagte Hans Peter Niederhäuser von der Vorbereitungsgruppe.

(Brunhilde Bergmann)

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