Mit wenigen Klicks zu den Christen in der Region
Vorurteile, Mitgliederrückgang, Missbrauchsfälle Christoph Baumann ist es leid, immer nur Schlechtes über die Kirche zu lesen und zu hören. «Es wird nur Negatives berichtet», meint er, «dabei leisten die Kirchen enorm viel für die Gesellschaft.»
Mit dem Projekt «Christentum in Basel-Stadt und Basel-Landschaft» möchte der Religionswissenschafter dieses vielfältige kirchliche Angebot in den Bereichen Sozialdienste, Seelsorge und Kultur hervorheben.
200 000 Franken für drei Jahre
Bei dem Projekt geht es nicht nur um die Leistungen der Landeskirchen, sondern aller christlichen Gemeinschaften und Werke in der Region. Als Leiter der Informationsstelle Inforel betreut Christoph Baumann das aufwendige Vorhaben, das in drei Jahren abgeschlossen sein soll und rund 200 000 Franken kostet. Der Start erfolgte Mitte August 2013.
Welche christlichen Kirchen und Gemeinschaften gibt es, wie sind sie entstanden, wie strukturiert? Wie finanzieren sie sich, welche Kontakte haben sie untereinander und was bieten sie an? Zurzeit sammelt die Sozialwissenschafterin Sarah Hess zusammen mit ihrer Kollegin Sylvie Eigenmann für das Projekt Informationen über die reformierten Kirchen in den beiden Basel. «Es hat eine Weile gedauert, bis ich alles durchschaut habe», erzählt sie. Doch dann habe sie das vielfältige Angebot der einzelnen Kirchgemeinden positiv überrascht. Die katholische und die christkatholische Kantonalkirche kommen als Nächstes an die Reihe. Danach folgen die Freikirchen und christlichen Gemeinschaften ausserhalb der Landeskirchen. Alle Informationen werden laufend aufbereitet und online aufgeschaltet. Das Raster mit den Fragen ist für alle gleich. Dieser Umstand macht das Besondere an dem Projekt aus: «Wir stellen differenzierte, seriös recherchierte und objektive Daten zur Verfügung, die man miteinander vergleichen kann», betont Christoph Baumann. Mithilfe der entsprechenden Links gelangen Interessierte dann zu den Websites der einzelnen Kirchen, wo sie sich gezielt weitere Informationen verschaffen können.
150 000 Besucher im Jahr
«Wer sich ein Bild machen möchte über die religiöse Landschaft der Nordwestschweiz, schaut bereits jetzt bei Inforel nach, weiss Christoph Baumann. Seit über 26 Jahren bietet der Verein, der das neue Projekt trägt, neutrale Informationen über alle religiösen Bewegungen an. 150 000 Interessierte besuchen jährlich die Inforel-Website.
Das Projekt findet breite Unterstützung. Das Patronatskomitee versammelt Vertreter aus Kirche und Politik. Sie kümmern sich um die Beschaffung der finanziellen Mittel. Vorsitzender ist Markus B. Christ, alt Kirchenratspräsident der reformierten Kirche Baselland. «Die Kirchen verlieren an Bedeutung, wir müssen sie präsentieren», sagt er. Ausserdem sei es zum Beispiel auch für die Landeskirchen interessant, Informationen über wachsende christliche Gemeinschaften zu erhalten.|
Infos: www.inforel.ch/ Christentum in Basel-Stadt und Basel-Landschaft
Zum Bild: Das Projekt «Christentum in Basel-Stadt und Basel-Landschaft» stellt alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften vor. Hier feiert in Lausen die Gemeinde (Pfarrer Christoph Ramstein, links) mit einer Gruppe der Forward in Faith Ministries International (Prediger Daniel Gwandiwa) Gottesdienst. | saladin
Karin Müller
Links:
www.inforel.ch
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