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Pfarrerschaft steht vor einschneidenden Veränderungen

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01.01.2016
Strukturreform der reformierten Kirche: Ab Sommer 2015 fällt im Kanton Schaffhausen ein Fünftel der reformierten Pfarrstellen weg. Was heisst das für die Zukunft der Pfarrerinnen und Pfarrer?

Ab kommendem Frühling finden im Kanton vorgezogene Pfarrwahlen für die Amtsdauer 2015 bis 2019 statt. Weil ab dann 600 Stellenprozente weniger zur Verfügung stehen, sollen die Pfarrpersonen frühzeitig wissen, wie ihre berufliche Zukunft aussieht.
Lediglich in vier Kirchgemeinden bleibt das Pfarrstellenpensum gleich. Alle anderen müssen Kürzungen hinnehmen. Bereits haben sich einige der 30 Kirchgemeinden zu Pastorationsgemeinschaften zusammengeschlossen. Innerhalb dieser werden die gekürzten Stellen neu organisiert. Noch sind die Entscheide nicht definitiv gefällt. Wenn Pensen kleiner werden, bedeute dies für die Betroffenen einen finanziellen Einschnitt, sagt Pfarrer und Co-Dekan Joachim Finger.
Viele litten an der Unsicherheit, so Finger. Sechs Pfarrerinnen und Pfarrer haben Konsequenzen gezogen und eine Stelle ausserhalb des Kantons angetreten. Eine weitere Pfarrerin stellt sich nicht mehr zur Wahl. Aus Sicht der Pfarrschaft bieten die Wegzüge auch eine Chance: «Das gibt Pfarrpersonen und Kirchgemeinden Spielraum, sich neu zu organisieren», sagt Co-Dekanin Ariane Van der Haegen.

Erwartungen ans Pfarramt
Gemäss dem Co-Dekanat beschäftigt viele, wie sie die Pfarramtsarbeit bei kleinerem Pensum oder grösserem Einsatzgebiet bewältigen können. «Bei manchen Gemeinden ist die Botschaft, dass sie Lösungen für eine neue Arbeitsaufteilung ausarbeiten müssen, noch nicht angekommen», so die Dekane. «Es ist nicht die Meinung des Reformprozesses, dass Pfarrpersonen mit anderen Rahmenbedingungen die gleiche Arbeit wie bisher ausführen», erklärt Hans Jörg Fehle, der Moderator des Reformprozesses. Deshalb habe die Synode ein Dekret erlassen, das definiere, was zu einem Pensum gehöre. Aber auch Fehle ortet Handlungsbedarf: Die Erwartungen der Kirchgemeindemitglieder und das, was Pfarrpersonen unter neuen Bedingungen leisten könnten, müssten abgeglichen werden. Die Einsicht wachse, dass die Lebendigkeit der Kirchgemeinden nicht nur von den Pfarrpersonen abhänge, sondern von der Art, wie sich die Mitglieder beteiligten. Am 7. Januar findet für Kirchenstände und Mitarbeitende eine weitere Reformkonferenz statt.

Barbara Helg

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