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Bischofsweihe

Piusbruderschaft trotzt Papst Leo und weiht vier neue Bischöfe

von epd/nin
min
01.07.2026
Trotz ausdrücklichem Verbot von Papst Leo XIV. hat die Piusbruderschaft vier Priester zu Bischöfen geweiht und damit ihre Exkommunikation aus der katholischen Kirche riskiert.

In Écône in der Schweiz wohnten Tausende Gläubige der Freiluftmesse bei, die live im Internet übertragen wurde. Generaloberer Davide Pagliarani bezeichnete den Akt in seiner Predigt als Glaubensbekenntnis: Man habe die Pflicht, den Glauben zu bewahren, so wie ihn die Kirche «immer gelehrt hat».

Die neu geweihten Bischöfe sind Pascal Schreiber (Schweiz), Michael Goldade (USA) sowie Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier (beide Frankreich). Schreiber ist seit 2020 Regens des Priesterseminars Herz-Jesu im oberpfälzischen Zaitzkofen, das zur Diözese Regensburg gehört. Hauptkonsekrator war Bischof Alfonso de Galarreta, assistiert von Bischof Bernard Fellay. Beide waren 1988 ebenfalls ohne päpstliches Mandat geweiht und anschliessend exkommuniziert worden; Papst Benedikt XVI. hob die Exkommunikation 2009 auf.

Papst Leo XIV. hatte Pagliarani zuvor eindringlich aufgefordert, auf die Weihen zu verzichten: «Ich bitte euch und fordere euch von ganzem Herzen auf: Kehrt um!» Am Vorabend der Zeremonie schrieb Pagliarani an den Papst, der Bruderschaft liege der Gedanke fern, sich von der Römischen Kirche zu trennen. Zur Begründung verwies die Gemeinschaft darauf, ohne eigene Bischöfe keine neuen Priester weihen und damit die Sakramente nicht spenden zu können.

Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, verurteilte die Weihen als «Akt des Ungehorsams». Spender und Empfänger hätten sich damit selbst exkommuniziert und einen schismatischen Akt gesetzt. Zugleich sah Lackner darin einen «Schlusspunkt hinter eine jahrzehntelange Konfliktgeschichte zwischen Rom und der Piusbruderschaft».

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre als Reaktion auf die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–65) gegründet. Sie lehnt Reformen wie die Anerkennung der Religionsfreiheit und den ökumenischen Dialog ab und feiert weiterhin die alte lateinische Messe. Nach eigenen Angaben zählt sie 720 Priester und etwa eine halbe Million Gläubige. Die formelle Reaktion von Papst Leo XIV. auf die unerlaubten Weihen wird erwartet.

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